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Bank Run in Zypern: Zwangsenteignung über Nacht

16. März 2013

Die Euro-Schuldenkrise nimmt neue Dimensionen an. Erstmals in der Geschichte der Euro-Rettungsversuche wurden nun Kleinanleger quasi über Nacht zwangsenteignet. Die empörten Bürger reagieren mit einem Bank Run und versuchen, ihre Sparguthaben abzuheben. Doch das Online-Banking ist blockiert und die meisten Banken auf Zypern sind heute geschlossen. Erst am Dienstag (am Montag ist auf Zypern ein Feiertag) wird sich die ganze Wut der Zyprioten auf ihre Banken entladen.

„Die Renten sind sicher, die Sparguthaben sind sicher, niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.“ Mit solchen und ähnlichen Aussagen versuchen Politiker immer dann die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen, wenn es brenzlig wird. Leider gibt es noch immer viele naive Bürger, die den Worten solcher Politiker Glauben schenken.

Zypern braucht finanzielle Hilfe

Der nächtlichen Zwangsenteignung vorangegangen war ein Hilfeschrei der zyprischen Regierung. Das Land mit einem völlig überdimensionierten Bankensektor, auf dem sich vornehmlich Russische Oligarchen tummeln und ihre Milliarden weiß waschen, war im Laufe der Griechenland-Krise ins Trudeln gekommen. Denn die zypriotischen Banken sind eng mit dem griechischen Bankensystem verstrickt, auch hier hatte man leichtfertig Kredite vergeben, deren Rückzahlung sich letzten Endes als Flop erweist. So türmten sich letzten Endes die Schulden der in Schieflage geratenen Banken auf 17 Mrd. Euro, als die kühnen Euro-Retter mal wieder um frisches Steuergeld gebeten wurden. Wer glaubt, dass ein Land mit 0,2% vom EU-BIP systemrelevant ist, der glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann.

Dieses Mal ist alles anders

Doch so einfach wie es klingt, ist es dieses Mal nicht. Denn zypriotische Banken werden nur zu gerne von Steuerhinterziehern aus aller Welt genutzt, um Schwarzgeld zu waschen. Augenscheinlich ist vor allem das Interesse der russischen Schwarzgeldoligarchie so groß, dass selbst Russland (was hat das Land mit der EU zu tun) mit Hilfskrediten von 2,5 Milliarden zur Seite steht. Die ganze Sache stinkt gewaltig zum Himmel.

6,75 Prozent sind weg

Im Wahljahr wäre es also äußerst schwierig gewesen, dem potenziellen Wähler zu verkaufen, dass jetzt die russische Schwarzgeldmafia mit deutschem Steuergeld gerettet werden muss. So einigte man sich darauf, dass sämtliche Bankkunden mit einer Einlage von unter 100.000 Euro die Zypern-Rettungsabgabe von 6,75 Prozent zu leisten haben, während Konten von über 100.000 Euro mit 9,9 Prozent belastet werden. Die Gelder wurden bereits eingefroren. Während man über die Zwangsabgabe der reichen und überreichen Kunden noch geteilter Meinung sein kann, sind sie immerhin Mitverursacher der ganzen Misere, fragt man sich: Wieso muss jetzt der Kleinsparer wieder den Kopf hinhalten? Ein russischer Milliardär wird die einmalige Zwangsabgabe von 9,9 Prozent leisten und sich im Anschluss freuen, dass er seine Schwarzgeldoase gerettet hat, damit das perfide Spiel weitergehen kann. 5,8 Milliarden Euro will das klamme Land so auftreiben, die restlichen 10 Milliarden kommen, wie immer, von den großen Geberländern.

Die Spareinlagen sind sicher

Und die Erde ist eine Scheibe. Man sieht, wenn Not am Mann ist, werden in der EU alle verfügbaren Gesetze und Vereinbarungen gebrochen. Einlagensicherungsfonds? Nie gehört! In keinem EU-Land scheint es mehr ausgeschlossen zu sein, dass man eines Tages aufwacht und erstaunt feststellen muss, dass einem der Betrag X auf dem Konto gepfändet wurde, weil dies bei Nacht und Nebel auf irgend einem dubiosen Euro-Krisengipfel so beschlossen wurde.

Wir bleiben beim Gold

Wundert es da noch jemanden, dass deshalb der Bargeldverkehr innerhalb der EU peu à peu eingestellt werden soll? In Italien ist es schon Wirklichkeit, Zahlungen über 1000 Euro sind nur noch per Überweisung erlaubt. Damit die Banken Ihr Vermögen jederzeit pfänden können, wenn es ihnen beliebt. Setzen Sie daher auf Gold und Silber – die einzig vernünftige Alternative in Zeiten des Euro-Rettungswahnsinns.

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