Gold als Geldanlage
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Das Ende des Goldpreisfixings in London

25. März 2015

100 Jahre Londoner Goldpreisfixing gingen letzten Donnerstag um 10:30 Uhr Ortszeit (11:30 MEZ) zu Ende. Seit dem Jahr 1919 wurde dieser Vorgang zweimal täglich durchgeführt, am Vormittag in London und am Nachmittag (16 Uhr MEZ) New Yorker Zeit. Bei dem nun letzten Goldpreisfixing einigten sich die vier Teilnehmer auf den Preis von 1166 US-Dollar pro Feinunze.

Abgelöst wurde das traditionsreiche Londoner Goldpreisfixing vom neuen LBMA Goldpreis, der zum ersten Mal am Freitag um 10:30 Uhr durchgeführt wurde. Anders als vorher werden nun sämtliche Aufträge über eine Online-Plattform abgewickelt und sind damit vollständig nachvollziehbar. Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Fixings hatten oberste Priorität bei der Implementierung der neuen Goldpreisbewertung. Außerdem erfolgt nun eine strenge Regulierung durch einen unabhängigen Administrator, die zur amerikanischen Terminbörse gehörende Benchmark Administration (IBA).

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

Der Goldpreis wird auch beim neuen Fixing durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt, die am Fixing beteiligten Banken öffnen dazu die Auftragsbücher ihrer Kunden. Hierdurch wird der gesamte Markt abgebildet, da so nicht nur die Aufträge der Bankkunden sondern auch die Kunden deren Kunden und von anderen Händlern erfasst werden. Der erste Preisvorschlag erfolgt nun nicht mehr durch den Vorsitzenden, sondern durch einen Algorithmus, wodurch Manipulationen Einhalt geboten werden soll. Überwiegt die Nachfrage in den Büchern, wird der Goldpreis etwa angehoben. Ist das Angebot höher, fällt der Goldpreis in der Folge, bis sich ein Gleichgewicht gefunden hat. Da die Teilnehmer am Goldpreisfixing nur die Aufträge ihrer eigenen Kunden kennen, sind illegale Absprachen nicht (mehr) möglich. Auch das künstliche Manipulieren des Goldpreises ist so nicht mehr möglich.

Manipulation ist eine Straftat

Überall an den Finanzmärkten kann mit ein bisschen Manipulation sehr viel Geld verdient werden. Dies galt einerseits für den Libor-Skandal, der im letzten Jahr hohe Wellen schlug gleichermaßen für die Manipulation am Goldpreis. Im vollen Bewusstsein darüber, wie wichtig der Londoner Goldmarkt für Londen aber auch für den Rest der Welt ist, folgte das britische Finanzministerium nun den Empfehlungen der Bank of England und ahndet jegliches Fehlverhalten beim Goldpreisfixing als schwere Straftat. Während nun europäische Aufsichtsbehörden ihre Ermittlungen gegen die in Manipulationsverdacht stehenden Banken aufgekündigt haben und das Problem mit dem neuen LBMA-Fixing gelöst zu haben glauben, ermitteln US-Behörden weiter. So hat die britische Großbank HSBC erst neulich eingeräumt, dass sie von der CFTC Fragen in dieser Hinsicht beantworten musste. Zehn Banken sind bisher ins Visier der amerikanischen Ermittler gekommen, darunter neben  Bank of Nova Scotia, Barclays, Credit Suisse, Goldman Sachs, JPMorgan ChaseCo, Société Générale SA, Standard Bank und der UBS auch die Deutsche Bank. Die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wurden von der BaFin mittlerweile eingestellt, weil sich keine Beweise für eine breit angelegte Manipulation der Edelmetallpreise finden ließen. Barlays hingegen wurde von der britischen FCA zu einer Strafzahlung von 26 Millionen Pfund verdonnert.

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1 Kommentar
Lizenz zum Geld drucken
12. Juni 2015 at 10:27

Persönlich finde ich Gold immer noch als Geldanlage klasse. In letzter Zeit bekomme ich immer mehr Berichte vorgelegt die Inhaltlich gegen das Gold sprechen. Mal schauen was sich daraus ergeben wird.

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