Die Notenbanken werfen ihre Pressen an

Was viele Anleger lange befürchteten wird nun wahr: Die US-Notenbank Fed und die Bank of England wollen noch mehr Geld drucken. Ein Experiment mit Ungewissem Ausgang …

Der Grund für das Heißlaufenlassen der Notenpressen: Gerade geht der Weltwirtschaftstrend wieder aufwärts – und diesen Trend will man möglichst am Leben halten. US-Notenbankchef Ben Bernanke promulgierte Mitte der Woche, dass man noch mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen wolle, auch die Bank of England bläst ins selbe Horn. Damit soll vor allem dem schwächelnden Immobilienmarkt in den USA unter die Arme gegriffen werden.

Ein riskantes Unterfangen, denn der unerwartete Geldsegen könnte unsere Währungen zerstören. Die Notenbanken befinden sich derzeit in einer Zwickmühle. Da sie das Geld nicht direkt an Unternehmen und den Privatmann weiterreichen können, brauchen sie die Banken als Mittler, die anschließend die Bonität ihrer Kunden prüfen. In der Vergangenheit reichte eine Absenkung des Leitzins, um die Kreditaufnahmelust anzuregen, doch seit der Pleite der Lehman Brothers ist alles anders. Viele sehen eine Aufnahme von zu viel Kredit (zu Recht) als gefährlich an.

Um die Banken mit Geld regelrecht zu überhäufen, greifen die Notenbanken daher mittlerweile zu anderen Mitteln und kaufen den Banken massenweise Wertpapiere ab. Doch statt das überschüssige Geld an die bedürftige Klientel weiterzureichen, wo es den Endkonsumenten auch erreichen würde, bunken die Banken das Geld lieber wieder bei der Notenbank, die sie als Sparkasse benutzen.

Und die Folgen?

Mit jeder zusätzlichen Milliarde in der Bilanz der Notenbank steigt die Gefahr, dass es zu einem finanziellen Supergau kommt. Denn dem Plus an gfrischem Geld steht kein realwirtschaftliches Plus gegenüber. Kommt diese künstliche Liquidität irgendwann wieder in den Wirtschaftsreislauf, könnte leicht Geldentwertung, sprich eine Inflation die Folge sein. Das Problem ist umso brennender, als es seit der Aufhebung des Goldstandards Anfang der Siebzigerjahre ohnehin zu viel Geld auf der Welt gibt. Die Angst vor einer sich künftig sich beschleunigenden Geldentwertung lässt Anleger in die Naturwährung Gold flüchten. Zwischen den Bilanzsummen der Notenbanken und dem Preis des gelben Edelmetalls ist ein klarer Gleichlauf zu erkennen. Anlageexperten raten derzeit Sparern, sich gegen die Extremszenarien abzusichern. Rotieren die Gelddruckmaschinen in Zukunft noch schneller, könnte Gold noch deutlich an Wert zulegen.

Analysten wie Roland Stöferle von der Ersten Bank sehen bereits einen Preis von 1600 Dollar je Unze voraus. Langfristig seien 2300 Dollar möglich. Auch Aktien könnten in der Inflation eine Renaissance erleben. Schließlich verbriefen die Papiere Anteile am Produktivkapital. Und der Wert von Maschinen, Grundstücken und Gebäuden legt mit der Inflation zu. So erklärt sich vielleicht auch der gestrige Kursanstieg an den Weltbörsen.

23. Juli 2010
Posted in Gold als Inflationsschutz — goldanlage @ 12:01

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