Die Währung der Zukunft
Die Politiker Europas kämpfen verzweifelt um unsere europäische Gemeinschaftswährung, während die Bürger Europas verstärkt in eine andere Währung investieren: Gold ist ihre Wahl.
Jetzt ruhig zu bleiben, das ist wohl eine Kunst. Während die Finanzminister der EU die Märkte beruhigen, beruhigen die europäischen Regierungschefs die Bürger. Diese versuchen vergeblich, sich trotz stets neuer Katastrophenmeldungen nicht verrückt machen zu lassen. Wie ruhig kann man jedoch bleiben, wenn man annehmen muss, dass das gigantische Rettungspaket von 750 Milliarden Euro nicht ausreicht? Was passiert, wenn die europäische Einheit innerhalb dieses Schutzwalles untergraben wird? Was passiert, wenn nach den katastrophalen Zuständen in Griechenland nach Neuwahlen in Griechenland die geplanten Sparpläne doch wieder gekippt werden?
Ist die Pleite vorprogrammiert?
Auch wenn alle Konsolidierungsvorhaben nach Plan verwirklicht werden, dann müssen wir am Ende doch wohl mit einer Insolvenz Griechenlands und einer Schuldenkappung rechnen. Es grenzt fast schon an Sarkasmus, wenn man bei einem Schuldenstand von fast 150 Prozent des BIP von einer “Stabilisierung” spricht. Dass Griechenland sich auf Dauer refinanziert, ist quasi ausgeschlossen. Der ehemalige Chefvolkswirt der HypoVereinsbank sieht das fast genauso: “Die sich nun abzeichnende Alternative dazu, nämlich die Schulden aller Länder der Euro-Zone zu europäisieren, erhöht das Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung nicht. Im Gegenteil.”
Schwächelnder Euro
Ursprünglich war es geplant einen harten Euro zu formen, so hart wie die D-Mark sollte er eigentlich werden. Lange Zeit sah es sogar ganz danach aus, als ob dies gelingen würde. Immerhin war die EZB zum Großteil so unabhängig konstruiert wie die Bundesbank. Eine laxe Geldpolitik wie bei der Federeal Reserve (FED) sollte es niemals geben. Anleihen mit Ramschqualität kaufen? Never ever. Leider zählt das nun ebensowenig wie die Klausel im Vertrag, dass man keinem Mitgliedsland in finanziellen Schwierigkeiten beistehen darf, die sogenannten “Non-Bailout-Klausel”. Stabilitätspakt? Die Stabilitätskriterien interessieren schon lange kein Mitgliedsland mehr.
Goldene Währung
Dass viele Menschen nicht mehr an einen harten, sondern vielmehr an weichen Euro glauben, ist also kein Wunder mehr. Eine Alternative zum endlos reproduzierbaren Geld ist schnell gefunden: Gold. Bei diesem Edelmetall handelt es sich nämlich um eine steinharte Währung. Anleger flüchten daher derzeit gerne in diesen sicheren Hafen. Gold ist unglaublich wertbeständig, denn wenn die alten Römer eine Tunika für eine Feinunze kaufen konnten (31,1 Gramm), dann gibt es auch heute dafür noch immer einen schicken Herrenanzug. Noch ein Beispiel: Kostet ein Brotlaib heute 2,50 Euro, dann erhält man auch heute noch, wie bereits in der Antike, 350 Brotlaibe dafür. Wer sich Sorgen um seinen Tank macht: Damals wie heute schlägt ein Barrel Öl mit etwa 2 Gramm Gold zu Buche.
Nachfrage boomt
Die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall boomt weltweit. Angefangen hat der Gold-Hype vor etwa einem Jahr. Nicht nur Großinvestoren kaufen Gold, sondern mittlerweile auch Sparer. Sie kaufen es in Form von Barren und Münzen, aber auch als ETCs, also börsengehandelte Rohstoffzertifikate, mit denen der Goldpreis abgebildet und in Teilen mit echtem physischem Gold hinterlegt wird. Auch Goldminen sind ein beliebtes Spekulationsobjekt geworden. Wer sich nicht traut, auf ein einzelnes Unternehmen zu setzen, der sollte sich vielleicht für einen Korb von Minenunternehmen entscheiden (ISIN: AT0000A0DY51).
Gold hat einen beständigen Wert
Wer sich dazu entscheidet Gold zu kaufen, setzt vor allem auf den Werterhalt und die Beständigkeit. Denn wie bereits erläutert, behält Gold schon seit jahrtausenden seinen Wert. Kritiker mögen hier einwenden, dass Gold sich nicht verzinst. Dennoch macht Gold eine fehlende Ausschüttung durch seine stabile Kaufkraft mehr als wett. Nehmen wir als Beispiel den USD: Seitdem die Fed im Jahre 1913 gegründet wurde, hat der Dollar rund 95% seiner Kaufkraft verloren, während die von Gold um den Faktor 50 gestiegen ist. Seitdem der Dollar nicht mehr an das Gold gebunden ist, geht es mit der Währung im Übrigen besonders schnell bergab: auf 80% beläuft sich der Verlust seither.
Während es früher eine einfache Gleichung nach dem Muster starker Dollar = schwacher Goldpreis und vice versa gab, löst sich der Preis pro Feinunze mittlerweile immer mehr vom US-Dollar ab. Das bedeutet: Der Goldpreis steigt an, obwohl der Dollar im Verhältnis zum Euro und anderen Währungen Land gewinnt. In Dollar gerechnet wurde das Allzeithoch von 850 Dollar von 1980 übertrumpft und steht nun bei ungefähr 1200 Dollar. Auch in Europa hat der Goldpreis bereits die magische Grenze von 900 Euro durchbrochen.
Wohin geht’s mit dem Goldpreis?
Schießt der Goldpreis noch durch die Decke? Das Ende ist nach der Meinung vieler Experten noch nicht abgesehen. Unter Berücksichtigung der Geldentwertung in den letzten 30 Jahren müsste der Goldpreis sich heute ungefähr verdoppeln, um seine Kaufkraft aus dem letzten Allzeithoch von 1980 zu erreichen. Experten rechnen mit einen Anstieg des Goldpreises in den kommenden 3 Jahren auf etwa 2300 Euro. Andere rechnen wiederum mit Preisen von 3000 Dollar/Unze und halten selbst 5000 Dollar für wahrscheinlich. Ein Goldinvestment kann sich also durchaus noch lohnen.
Gold statt Papier
Die Gründe für einen Preisanstieg des gelben Edelmetalls sind vielfältig – Stichwort ist hier vor allem das Wörtchen “Währungsreform”. Immerhin ist keine Papierwährung mehr mit Gold gedeckt und quasi ausschließlich ungedeckte Zahlungsversprechungen von Notenbanken und Regierungen sind. Mit der Wiedereinführung des Goldstandards als Deckung des Dollars würde der Goldpreis auf ca. 9000 Dollar steigen.
Gold als Inflationsschutz
Der Goldwert hingegen hängt nicht von einem Zahlungsversprechen ab. Notenbanken können zweifelsohne Geld vermehren sie sie wollen, die verfügbare Menge an Gold ist jedoch auf der Welt begrenzt. Insgesamt würde sie nämlich in einen Würfel mit einer Kantenlänge von 20 Metern passen. Während die Natur für die “Produktion” einer Unze Gold eine Millarde Jahre braucht, benötigen die Zentralbankchefs nur wenige Sekunden, um ein paar Milliarden Dollar oder Euro zu drucken. Dies ist auch der Grund, weswegen Gold als perfekter Schutz vor Inflation gilt: Man kann es nun mal nicht beliebig reproduzieren.
Gold als ideale Währung
Gold gilt seit seiner ersten Prägung zu Münzen um 600 v. Chr. als ideales Zahlungsmittel. Außer seiner Seltenheit, verkörpert es nämlich noch andere Vorteile: Mann kann es beliebig teilen und leicht transportieren. Es ist weltweit als Zahlungsmittel anerkannt und wird überall auf der Welt gehandelt. Man kann es nur schwer zerstören und wenn es für die Industrie oder Schmuckproduktion verwendet wird, kann man es leicht recyceln.
Ohne Goldstandard kein Inflationsschutz
1966 schrieb schon Alan Greenspan: “Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen.” Dann gibt es kein sicheres Mittel mehr der Geldaufbewahrung. Wenn es das gäbe, müsste die Regierung den Besitz für illegal erklären, was beim Gold ja auch schon oft der Fall war.”
Und so war es US-Bürgern von 1934 bis 1974 verboten, Gold zu besitzen. Auch 1999 hatte Greenspan seine Meinung noch nicht geändert: “Gold ist weltweit noch immer das letztgültige Zahlungsmittel. Papiergeld wird im Extremfall von niemandem akzeptiert. Gold wird immer akzeptiert.”
Auch die Notenbanken denken um
Nicht nur Privatpersonen und Institutionelle kaufen Gold. Auch die Notenbanken denken um und decken ihre Währungen jetzt stärker mit Gold. Die Zentralbanken bauen in der ganzen Welt ihre Goldreserven auf, Verkäufe gibt es so gut wie nicht mehr. Laut dem World Gold Council, der führenden Goldminen-Vereinigung, haben die Länder im letzten Jahr so viel Gold gekauft wie seit 1964 nicht mehr – insgesamt 30 116 Tonnen haben sie gebunkert, was achtzehn Prozent des weltweit vorhandenen Goldes entspricht.
China kauft Gold
China will seine Goldreserven jetzt massiv aufstocken. An Dollar bunkert das Land zwar fast zwei Billionen Währungsreserve, doch das Vertrauen in den Dollar schwindet aufgrund der gravierenden US-Staatsverschuldung. China möchte seine Goldreserven jetzt von 1,6% auf 10% aufstocken. Dazu müsste man allerdings 5000 Tonnen Gold kaufen.
Jeder und jede, der sich zum rechten Zeitpunkt Gold gekauft hat, kann der kommenden Inflation also wirklich gelassen ins Auge blicken.


Wenn man sich überlegt, dass der Besitz von Gold tatsächlich bis 1974 in den USA verboten war, dann wird einem erstmal bewusst, welch großen Einfluss dieses Edelmetall hat. Ich bin ja mal gespannt, wie es mit Gold und Silber weitergeht.
Kommentar by FinanceWhisper — 25. Mai 2010 @ 13:45