Edelmetallpapiere – ETCS
Seit 2007 können deutsche Anleger ETCs über Xetra handeln. Sechs der 17 Edelmetallpapiere sind physisch hinterlegte Varianten. Einzige Konkurrenz: Xetra Gold von Deutsche Börse Commodities. Die börsengehandelten Edelmetallpapiere bieten eine echte Alternative zu klassischen Zertifikaten und Fonds. Doch einige Besonderheiten sollte man als Anleger wissen, bevor man investiert.
Der Verkaufskniff mit Assets zum Anfassen zu günstigen Preisen trifft den Anlegernerv in unsicheren Zeiten. So verzeichneten die Produkte im ersten Quartal Rekordzuflüsse. Doch was steckt dahinter? Bei ETCs handelt es sich um Schuldverschreibungen der Emittenten ohne feste Laufzeit, also um Zertifikate. Allerdings werden die ETCs im Gegensatz zu Open-End-Zertifikaten physisch mit dem jeweiligen Basiswert besichert – für ETF Securities bei HSBC in London und für Xetra Gold in Frankfurt. Die Preise der ETCs orientieren sich an den Spotkursen der Edelmetalle.
Davon zu unterscheiden sind die Exchange Traded Funds (ETF). Diese stellen Fondssondervermögen dar und tragen weitgehend kein Emittentenrisiko. Dafür punkten ETCs mit einem nicht zu verachtenden Nebeneffekt: Rollverluste und -gewinne, wie sie durch Investments in Futures über Zertifikate und ETFs entstehen, sind durch den direkten Kauf des Rohstoffs ausgeschaltet. Trotzdem war die rechtliche Einstufung für ETF Securities ein Rückschlag. Obwohl die ETCs etwa in den USA als Fonds zugelassen sind, gelang dies in Deutschland nicht. Grund: Nach hiesigem Investmentrecht darf ein Fonds nicht nur aus einem Anlageobjekt bestehen. Deshalb greifen Vermögensverwalter lieber zu Schweizer Goldfonds wie dem Julius Bär Physical Gold Fund (WKN A0R B2M), die einen Tick mehr Sicherheit bieten, da ihre Einlagen als Sondervermögen gegen Insolvenz des Emittenten gesichert sind und zeitgleich mit dem Kauf zu 100 Prozent Gold in Schweizer Tresoren hinterlegt wird. Doch Vorsicht: Für Privatanleger fallen beim Erwerb an der Schweizer Börse SWX institutsabhängige Gebühren für eine Auslandsorder an.
Einfacher und kostengünstiger sind die ETCs. ETF Securities bietet zwei Produkte auf Gold an. Ihr Vermögen wuchs im ersten Quartal 2009 auf 7,4 Millionen Unzen à 31,1035 Gramm. Dies entspricht aktuell 6,7 Milliarden Dollar oder 230 Tonnen und ist der weltweit zweitgrößte Goldbestand in ETFs und ETCs. Xetra Gold kommt immerhin auf 29 Tonnen. Diese Schuldverschreibung ist zu 95 Prozent hinterlegt. Geradezu bescheiden nehmen sich daneben die Assets under Management der übrigen drei Edelmetalle aus. So erreichte Silber einen Gegenwert von rund 200 Millionen Dollar, Platin 330 und Palladium 47 Millionen Dollar. Allerdings fielen die Zuwachsraten im ersten Quartal teils dreistellig aus.
Wer mehr Risikostreuung bevorzugt, wählt den ETC Physical Precious Metal Basket von ETF Securities. Das Papier bildet einen Edelmetallkorb mit 42 Prozent Gold, 26 Prozent Silber, 20 Prozent Platin und zwölf Prozent Palladium. Die Gewichtung ergibt sich aus der unterschiedlichen Preisentwicklung der ehemals gleichgewichteten Rohstoffe seit der Emission im April 2007.
Von steuerlichem Interesse sind Gold Bullion und Xetra Gold: Sie könnten abgeltungssteuerfrei sein. Die Emittenten stellen sich auf den Standpunkt, dass es sich bei den Produkten um den Anspruch auf eine reale Goldlieferung, also um Ware handelt. Schließen sich die Finanzämter dieser Auffassung an, unterliegt das Edelmetall lediglich der Spekulationssteuer, wenn es innerhalb eines Jahres ge- und verkauft wird. Endgültige Sicherheit gibt es aber wohl erst 2010, wenn die ersten Steuerbescheide verschickt sind.
In den USA soll ETF Securities die Zulassung eines Palladium-Fonds beantragt haben.



ich würde lieber brennholz kaufen statt Gold – kann man wenigstens noch verbrennen
Grüße Usch
Kommentar by Brennholz — 2. September 2009 @ 16:33
Ach … Wertpapiere wie ETFs und ETCs brennen aber auch nicht schlecht
Kommentar by goldanlage — 2. September 2009 @ 18:27