Gold als Geldanlage
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Finanzspritzen verpufft

24. Juni 2012

Auch letzten Donnerstag hing die Finanzwelt mal wieder an den Lippen von Fed-Chef Ben Bernanke. Die Erwartungen an eine neue quantitative Lockerung (QE3) der Anleger waren riesig. Doch die Fed hat sich entschlossen, ihre letzte Kugel noch nicht zu verschießen.

Die Folge: die Börsen reagieren beleidigt. Sie wollen sehen, dass frisches Geld in die Märkte gepumpt wird, wie ein Drogensüchtiger ist man fast schon darauf angewiesen, dass Aktienkurse nicht mehr „natürlich“, also aufgrund von solide wirtschaftenden Unternehmen wachsen, sondern künstlich durch frisches Geld und Neuverschuldung in die Höhe geprügelt werden. Doch wo sind all die Billionen geblieben, die die EZB Anfang des Jahres in die Märkte gepumpt hat? Gut, für eine kleine DAX-Rally bis auf knapp über 7000 Punkte hat es gereicht, doch dadurch wurde kein einziges Problem gelöst.

Märkte langsam immun

Die Quintessenz: Die Märkte sind langsam immun gegen koordinierte Aktionen der Notenbanken. So langsam begreift auch der letzte Investor, dass durch blankes Gelddrucken kein einziges Problem wirklich einer Lösung zugeführt wird. Die Erwartungen an Bernanke waren hoch. Eine Verlängerung von „Operation Twist“ war von den Marktteilnehmern ohnehin erwartet worden, sodass das an den Märkten nicht für große Überraschungen sorgte. Doch auch künftige Geldspritzen von Seiten der Fed dürften nicht mehr als ein Strohfeuer sein, die die Aktienkurse nur kurzfristig in die Höhe treiben.

End of Days

Irgendwann ist man auch in den USA mit seinem Latein am Ende. Plötzlich steigen nämlich nicht nur die Renditen für Deutsche Staatsanleihen (wenn auch nur leicht), sondern auch für US-Treasuries. Hoppla! Der Bund Future öffnete letzten Donnerstag mit einem DOWN Gap und fiel von einem Tag auf den anderen von 144 auf 140 Euro. Moment Mal, Deutschland, der Fels in der EU-Brandung plötzlich unter Beschuss der Märkte? Gehen wir vorläufig einfach mal von Gewinnmitnahmen aus, nach der fulminanten Rally der Bundeschätzchen durchaus ein realistisches Szenario. Hoffen wir aber gleichzeitig, dass sich hier keine nachhaltige Wendeformation einleitet, denn dann wird es schneller dunkel in Europa, als sich so manch einer jetzt schon vorstellen mag. Oder unter welchen Rettungsschirm sollte Deutschland schlüpfen, wenn unsere Anleihen plötzlich auf die 7 Prozent-Marke zusteuern? Dass das schneller gehen kann als man denkt, haben wir an Spanien gesehen.

Mit ESM schneller in den Abgrund

Und der Politik fällt nichts besseres ein, als Deutschland zusammen mit der gesamten Eurozone noch schneller in den Abgrund zu treiben. Die Frage ist: Begreifen unsere „Volksvertreter“ es schlicht und einfach nicht, was implizieren würde, dass sie einfach zu dumm sind, oder wollen sie nicht wahrhaben, dass mit Installation des ESM Deutschland zum Selbstbedienungsladen für Pleitestaaten und Zockerbanken wird? Warum noch sparen, wenn man sich doch viel einfacher über den ESM und an den Geldern des deutschen Steuerzahlers bedienen kann? Der zusammen mit dem ESM zu unterzeichnende Fiskalpakt ist dabei nicht mal das Papier Wert, auf dem er steht. Oder hat sich ein Euro-Land bisher überhaupt auch nur ein einziges Mal an die Stabilitätskriterien gehalten? Nein, es wird alles ausgehebelt, aufgeweicht, und letztendlich gebrochen – und jetzt brechen wir sogar schon das Grundgesetz, um dem Euro-Wahnsinn unserer Politiker freies Geleit zu geben.

Deutschland schlittert in den Abgrund

Augenscheinlich haben auch die Märkte dies bereits erfasst und entziehen Deutschland das Vertrauen, wie der Kurs des Bund-Future und die leicht anziehenden Renditen es deutlich anzeigen. Der nächste Schritt wird sein, dass auch wir unser Triple-A verlieren und somit eine Refinanzierung für uns deutlich teurer wird. Die großen Rating-Agenturen warten nur auf den Tag, an dem wir für für die Schulden der anderen Pleitestaaten und ihren Zockerbanken bürgen, um uns unser Top-Rating zu entziehen. Dann wird Deutschland sein Vertrauen auf dem Kapitalmarkt schneller verlieren, als Bundesfinanzminister das Wort „ESM“ buchstabieren kann. Der kurze aber heftige Geldsegen, der uns zuteil kam, wird schneller verpufft sein, als viele es sich jetzt ausmalen können. Zumindest dann, wenn die Politik auf dem einmal eingeschlagegen falschen Weg zu bleiben gedenkt.

Bleiben Sie kritisch!

Lassen Sie sich von der Politik nicht erzählen, dass der Euro um jeden Preis gerettet werden müsse, da ansonsten die allgemeine Verelendung droht. Das Gegenteil ist der Fall. Der Euro ist eine gut gemeinte Idee, aber er funktioniert nur unter wirtschaftlich gleich gestellten Partnern.

Goldanleger sind die klaren Gewinner

Sollte die aktuelle Regierung ihren fanatischen Euro-Kurs beibehalten, wovon leider Gottes auszugehen ist, wird der Goldanleger als der große Gewinner hervorgehen. Wie anders sollen die massiven Schulden gedeckt werden, als über das Anwerfen der Notenpresse? Stellen Sie sich außerdem darauf ein, dass neue Steuern und Abgaben aus dem Boden gestampft werden. Kommt der ESM, finden wir unter dem bisherigen Solidaritätszuschlag für den Osten Deutschlands auch noch einen für Spanien, Griechenland, Italien, Frankreich und natürlich deren amateurhaft an den Börsen spekulierende Banken. Über kurz oder lang wird die Bundesbank ihren Widerstand aufgeben (müssen), um Inflationsraten jenseits der 10 Prozent-Marke zuzulassen. Wer dann sein Geld noch auf dem Spar- oder Tagesgeldkonto hortet in der Hoffnung, es werde schon alles gut gehen, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Investieren Sie stattdessen in Sachwerte, wie Gold, Silber, Immobilen und Aktien von soliden Unternehmen in Schwellenländern. Sehen Sie Gold dabei nicht als Spekulationsobjekt, um kurzfristige Gewinne (oder Verluste) zu machen, sondern als langfristig orientierte Form der Geldanlage, mit der Sie Ihr Barvermögen sehr gut gegen eine Inflation schützen können.

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