Gold als Inflationsschutz

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Erst Griechenland- jetzt Spanien, Portugal und Irland: Halb Europa steckt in der Schuldenfalle. Droht dem Euro das Aus? So groß sind die Brandherde.

Worüber regt sich Deutschland eigentlich auf? Seit Wochen diskutiert man in der Regierung darüber ob man eine CD kauft, auf der die Daten von Steuersündern zu finden sind. Darf man das? Muss man das? Schließlich wurden die Daten heimlich entwendet. Es geht um 1500 Menschen, die Geld am Fiskus vorbeigeschafft haben sollen. Die Griechen können darüber nur lachen. Gerade einmal 5000 Hellenen geben bei ihrer Steuererklärung an, mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr zu verdienen. Zahnärzte, Bauunternehmer, Hotelbetreiber – sie fahren Porsche, besitzen, Jachten und Villen, nur Steuern zahlen sie offenbar nicht. In Griechenland ist das normal. Mehr als 30 Milliarden Euro entgehen dem Staat an Mehrwertsteuer.

Europa ist in heller Aufruhr. Die Staatschefs der EU reisten neulich extra zu einem Sondergipfel nach Brüssel. Ob und wie greif die Staatengemeinschaft Griechenland unter die Arme? Euros nach Athen tragen? Oder die Griechen einfach sich selbst überlassen? Die Wahl fällt nicht einfach. Hilft man ihnen, erwarten auch die anderen Sorgenkinder der EU-Zone (Italien, Spanien, Portugal uvm. Beistand. Lässt man Griechenland hingegen im Regen stehen, löst man Panik auf den Finanzmärkten aus. Halb Europa sitzt derzeit in der Schuldenfalle. Die Folgen? Der Euro verlor in den vergangenen Wochen mehr als zehn Prozent. Griechenland wird sehr wahrscheinlich aus dem Euro rausfliegen.

Welche Folgen haben die immensen Schulden?

Die Weltwirtschaft hat ein strukturelles Problem. Wir bekämpfen jedes wirtschaftliche Problem mit Geld drucken. Allerdings ist in der Vergangenheit keine Nation durch Geld drucken in den Wohlstand gesteuert – das Gegenteil ist der Fall. Der Geldwert wird laufend abgewertet, womit die Sparer bestraft werden und diejenigen honoriert werden, die Schulden machen. Die logische Folge: Wir haben immense Schulden aufgebaut als Konsequenz einer verfehlten Wirtschaftspolitik in den Industrieländern. Und wenn wir so weitermachen, gehen wir in extremis in die Hyperinflation. Wenn wir das zu korrigieren versuchen, brechen wir in eine deflationäre Depression ab. Das ist der Tanz auf dem hohen Seil, auf dem man auf der einen Seite inflationär, auf der anderen Seite deflationär abrutschen kann.

Wie groß ist die Gefahr einer Hyperinflation?

Zwischen Inflation und Hyperinflation gibt es einen grundlegenden Unterschied: Eine Inflation kommt in der Regel aus einer boomenden Konjunktur heraus – wenn Unternehmer ihre Preise für Waren und Dienstleistungen erhöhen können. Eine Hyperinflation kommt immer aus einer wirtschaftlichen Misere heraus.  Und was wir derzeit haben, ist eine wirtschaftliche Misere. In einer solchen Krise bekommt man steigende Preise nur hin, wenn man die Währung massiv abwertet. Wenn man genügend lange mehr Geld druckt als die anderen, dann fällt die Währung. Und wenn die Währung fällt, dann bekommt man eine Inflation über den Import, schon allein über die Rohstoffe. Über diese Inflation kann man die Löhne steigen lassen – die Schulden aber bleiben. Es muss in der Folge immer wieder Geld gedruckt werden, um das Defizit abzudecken. Der Teufelskreis steht: Die Währung wird schwächer und die Inflation immer höher.

Kann China die Welt retten und sein Wachstum aufrechterhalten?

Die Chinesen haben nur ein Ziel: Dass es ihnen selbst besser geht. In China realisiert man jetzt, dass man die Konjunktur zu stark stimuliert hat. China hat etwa das Dreifache an Fiskalstimulierung gemacht wie die USA. Jetzt bremst man langsam in Peking und das wird sich intensivieren. In China machen die Investitionen seit 2004 mehr als 40 Prozent des BIP aus, das lässt sich nicht aufrechterhalten. Auch in China baut man die Geisterstädte mit Hypotheken, die sich niemals rentieren, in den Bankbilanzen aber mit 100 Prozent bewertet werden können. Aber wenn die Banken überwiegend dem Staat gehören, kann man das einige Zeit kaschieren. Doch es ist eine Frage der Zeit, bis die Wahrheit an die Oberfläche kommt. 2011/2012 wird China die Rezession treffen.

Wo liegen für Anleger die Chancen in den nächsten Monaten?

Dieses Jahr dürften wir bei Aktien und Rohstoffen einen Trading Markt sehen. Den Höchststand dürften wir bereits im Januar erreicht haben. Mit dem Dax könnte es noch einmal deutlich nach oben gehen.  Dann brechen wir ein und gehen tiefer, sehen wahrscheinlich ein Tief im Herbst. Wenn die Konjunktur dann schwächelt, könnten neue Konjunkturprogramme und ein erneutes Eingreifen des Staates eine neue Rallye auslösen. Wer nicht traden kann oder will, sollte dann zur Seite gehen.

Aussichten für die Börse

2010 muss man als Anleger kurzfristig dort “short” sein, wo man langfristig “long” sein will. Das sind Emerging Markets und Rohstoffe. Dort gibt es Überhitzungen und das agrressive Geld, das wird aus dem Markt geschüttelt werden. Für die Übergangszeit kann man für eine relative Outperformance auf Branchen setzen, die man langfristig nicht haben will: Versorger, Nahrungsmittelkonzerne, Telekommunikation oder Pharma.

Gold als Inflationsschutz?

Gold ist die einzige unbestechliche Währung ohne Verbindlichkeiten, die nicht zerstört oder zerschnitten werden kann. In dem Umfeld, in dem wir uns befinden, wird Gold immer wichtiger. Deshalb wird der Goldpreis in den nächsten Jahren weiter steigen – und vermutlich – je nach Währung, sehr hoch. Wenn wir mit unserer Prognose richtig liegen und die Behörden den Fuß vom Gas nehmen, könnte auch Gold in diesem Jahr eine größere Korrektur durchlaufen. Das kann auf 900 Dollar heruntergehen. Für alle Anleger wäre das eine fantastische Möglichkeit, um hinzuzukaufen. Langfristig muss man als Anleger Gold kaufen, aber 2010 kann es einen größeren Shake-out geben, auch wenn wir nicht ganz sicher sind. In jedem Fall sollte man die Nerven behalten und Gold hinzukaufen – vor allem im Bereich von 1000 Dollar oder darunter.

16. März 2010
Posted in Gold als Inflationsschutz — goldanlage @ 13:01

1 Kommentar »

  1. “Und wenn die Währung fällt, dann bekommt man eine Inflation über den Import, schon allein über die Rohstoffe” – danke! *g*

    Kommentar by wo kann ich — 18. März 2010 @ 18:19

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