Gold bald auf 3000 Dollar/Unze?

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Im Jahr 2007 noch prognostizierten Experten einen Goldpreis von 2000 Dollar je Feinunze für die nächsten Jahre. Wie steht es heute mit der Prognose?

Mittlerweile werden die Prognosen auf 3000 Dollar/Feinunze erhöht. Grund für diesen enormen Preisanstieg ist die Flucht vieler Anleger in Gold, die vielschichtig begründet ist. Zunächst die Angst vor einer Währungskrise und vor einer neuen Bankenkrise. Zu einem späteren Zeitpunkt kommt die Inflation als weiterer Faktor hinzu. Außerdem sitzen China und Japan auf großen Mengen Devisen, allein China bunkert 2000 Milliarden Dollar. Aber China will weg vom Dollar, genau wie Russland und Japan. Deshalb werden sie in Gold investieren. Die Nachfrage aus Asien wird den Goldpreis treiben. Doch sind 3000 Dollar nicht ein wenig hoch geschätzt? 1980 erreichte Gold ein historisches Hoch von 850 Dollar/Unze. das wären unter Berücksichtigung der heutigen Inflation 2500 Dollar. Das relativiert die Prognose deutlich. Und wenn die Chinesen so viel Gold kaufen, wie man es jetzt bereits in Hongkong tut, dann würden sie das 1,5-Fache einer gesamten Jahresproduktion in Gold aufkaufen. Die Chinesen fliehen derzeit aus dem Dollar, weil sie ihm als Leitwährung misstrauen (zu Recht). Und außerdem bekommen sie momentan keine Zinsen für ihre Dollars. Steigen die Zinsen, gibt es eine Flucht aus Anleihen. Dabei wird viel Geld frei, und das fließt auch ins Gold.

Doch eine Frage bleibt: Warum war es bei diesen Prognosen mit den Traumpreisen für Gold schon im Februar vorbei? Vorübergehend gab es eine Liquiditätskrise, die alle Anlageklassen betraf. Aber die Preisralley wird bald wieder beginnen, denn der momentane Wirtschaftsaufschwung ist reine Augenwischerei. Ein Rechenbeispiel: Angenommen, ein Unternehmen erklärt, die Aufträge seien im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten um 25 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal waren sie jedoch schon um 50 Prozent gesunken. Mit dem Anstieg liegen die Aufträge dann noch immer weit unter Vorjahresniveau. Und genau das erleben wir gerade.

Die Wirtschaft wird erst wieder anspringen, wenn das Geld beim Konsumenten ankommt, er ist Dreh- und Angelpunkt. Die EZB pumpt zwar viel Geld in die Banken, die geben es aus Angst aber nicht an die Konsumenten weiter. Das Geld kommt also nicht in der Wirtschaft an. Die Notenbanken werden die Banken so lange mit Geld zuschütten, bis das System wieder in Gang kommt. Doch kommt es dann nicht zu einer Inflation? Derzeit noch nicht. Im Moment ist eher Deflation das Thema. Das Inflationszenario kommt erst in drei bis vier Jahren, wenn das Geld in der Wirtschaft ankommt. Paradebeispiel ist hier Japan. Die japanische Notenbank kauft derzeit mit frisch gedrucktem Geld die Hälfte aller neuen Staatsanleihen. In Europa unvorstellbar. Trotzdem lahmt dort der Konsum noch immer und es herrscht Deflation.

Wäre da nicht eine goldgedeckte Währung die Lösung? Eher nicht, denn Gold ist ein Knappheitsprodukt. Die Leute sammeln Goldmünzen oder kaufen Schmuck, aber sie zahlen nicht damit. Gold ist ein Spekulationsobjekt. Kakao und Öl sind schließlich auch keine Zahlungsmittel. Bei einem Goldstandard wie in den 30er-Jahren müssten die Geldmengen dramatisch gesenkt werden. Massenarbeitslosigkeit und Pleiten wären die Folge. Damals konnte nur so viel Geld gedruckt werden, wie Gold vorhanden war. In einer modernen Weltwirtschaft würde das jedes Wachstum hemmen. Gold ist nur begrenzt vorhanden, deshalb ist ein Goldstandard eine romantische Vorstellung. Es ist eine Anlage wie alle anderen auch.

Wie lautet nun die Empfehlung für Anleger?

Mit zehn Prozent in Gold einsteigen, die Entwicklung verfolgen und dann langsam das Goldengagement auf 15 – 25 Prozent erhöhen. Wenn man in Asien langsam anfängt, die Währnungsreserven in Gold umzutauschen oder die Inflation steigt, dann muss der Anleger sofort stärker einsteigen. Gold ist derzeit sogar interessanter als Aktien. Erst wenn die Wirtschaft wieder anspringt und damit die Inflation stärker steigt, sollten Anleger neben Gold wieder in Aktien und Immobilien gehen. Beim Gold ist das Timing wie bei allen anderen Anlageformen auch Gold wert. Gold ist ein idealer Inflationsschutz, denn es bleibt im Wert stabil. Beispiel: Im alten Rom konnte man für eine Feinunze eine Tunika kaufen. Heute bekommt man noch immer für eine Feinunze einen Maßanzug. Dabei hat der Dollar allein in den vergangenen 100 Jahren 99 Prozent verloren. Es heißt imemr so schön, Gott braucht eine Milliarde Jahre, um eine Unze Gold zu schaffen, aber Ben Bernanke braucht nur fünf Sekunden, um eine Milliarde Dollar zu drucken. Eine Flut von Papiergeld steht einer begrenzten Menge Gold gegenüber. Gold ist also ein ewiger Schutz.

In welcher Form kann man nun in Gold anlegen? Neben Goldbarren und – münzen eignet sich auch das sogenannte Xetra-Gold oder ETCs. Wer doch lieber in Aktien investieren möchte, kann auch in Goldminenaktien investieren. Auf dem Dollarschein steht “in gold we trust”. Wenn schon die eigene Währung kein Gottvertrauen in buntbedruckte Papierscheine hat, wer dann? Gold kaufen kann man z. B. hier, in verschiedenen Online-Shops.

10. September 2009
Posted in Allgemein,Goldnews — goldanlage @ 14:57

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