Goldene Versicherung – Fragen und Antworten
Frage: Gold übersprang erst kürzlich die 100-Dollar-Marke. Gleichzeitig steigen aber auch die Kurse von Aktien und Unternehmensanleihen kräftig, was eher auf ein Ende der Finanzkrise hindeutet. Wie passt das zusammen?
Antwort: Die Antwort liegt in den extrem niedrigen Zinsen und dem hohen Liquiditätsüberhang, der durch die Geldspritzen der Notenbanken entstand. Der Goldpreis reagiert vor allem auf die Politik der US-Notenbank. Er legte immer dann zu, wenn die Realzinsen in den USA, also speziell der Leitzins minus Inflationsrate, weniger als zwei Prozent betrugen. Im Moment liegen sie bei noch nicht mal einem halben Prozent. Zudem hat die US-Notenbank signalisiert, dass sie ihre lockere Geldpolitik noch eine ganze Weile beibehalten will. Das gab dem Goldpreis einen neuen Schub.
Frage: Kaufen Anleger nun aus Verzweiflung, weil sie der Politik misstrauen und fürchten, dass die Geldschwemme eine neue Inflation mit sich bringt?
Antwort: Eine gewisse Vorsicht der Anleger spielt mit. Denn es ist noch nicht abzusehen, wie das viele Geld, das jetzt in die Wirtschaft gepumpt wird, wieder eingefangen werden kann. Niemand kann sagen, ob das in geordneten Bahnen ablaufen wird. Und gegen solche Eventualitäten ist Gold eine Versicherung.
Frage: Haben die Anleger recht?
Antwort: Das Krisenmanagement von Regierungen und Notenbanken war notwendig und richtig. Aber aufgrund der hohen Staatsverschuldung bleibt bei vielen eine gewisse Skepsis.
Frage: Sollten Sparer ihr Gold weiterhin behalten?
Antwort: Gold ist in erster Linie eine Absicherung gegen gravierende Risiken. Jeder Anleger sollte daher zirka 10 Prozent seines Geldes in dem Metall halten. Mehr aber nicht. Denn Gold bringt keine Zinsen oder Dividenden und ist im Prinzip totes Kapital – wenn sich die Wirtschaft normalisiert. Auf kurzfristige Preisschwankungen zu spekulieren birgt hohe Risiken.
Frage: In welcher Form sollte man Gold halten?
Antwort: Es bieten sich vor allem die gängigen Goldmünzen wie Krügerrand oder American Eagle an. Goldminenaktien erscheinen für eine Vermögensabsicherung weniger geeignet. Momentan spricht für sie aber, dass sie im Vergleich zum Goldpreis Nachholpotenzial besitzen.


