Goldinvestment – sicher und sinnvoll
Wer in Gold anlegen will, hat viele Möglichkeiten. Nicht nur Goldbarren und Münzen stehen für Anleger bereit. Es gibt auch einige Zertifikate, mit denen sich auf den Preis spekulieren lässt.
Goldbarren
Wie Münzen können Anleger auch Goldbarren in verschiedenen Stückelungen kaufen – angefangen von einem Gramm bis hin zu einem Kilogramm. Dabei gilt: je kleiner die Einheit, desto höher der Aufschlag auf den Materialpreis, da die Produktionskosten bei kleinen Barren im Vergleich zum Gewicht stärker zählen als die großen. So verlangt der Handel für den 1-Gramm-Barren derzeit oft mehr als 40 Prozent Aufpreis, für den Kilo-Barren dagegen weniger als drei Prozent. Andererseits lassen sich kleine Barren im Notfall leichter zu Geld machen oder eintauschen als große Brocken.
Mehrwertsteuer
Barren sind mit einem Goldgehalt von 999,9 nicht nur reiner als fast alle Münzen. Anders als bei Silber verlangt der Fiskus keine Mehrwertsteuer. Zudem müssen Anleger – wie bei den gängigen Goldmünzen – keine Abgeltungssteuer zahlen. Es gilt noch die alte Regelung: Nach einer Spekulationsfrist von einem Jahr sind Gewinne auf Goldbarren- und Münzen steuerfrei! Anleger sollten daher ihren Kaufbeleg aufheben.
Xetra-Gold
Die Deutsche Börse ermöglicht es Sparern, sich an ihren Goldbeständen zu beteiligen, die im Tresor in Frankfurt liegen. Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0) ist eine an der Börse notierte Anleihe, die keinen Zins zahlt, aber den Anspruch verbürgt, dass das Gold an die Anleger ausgeliefert wird. Der Kurs richtet sich daher eins zu eins nach dem Euro-Preis für das gelbe Edelmetall. Xetra-Gold ist, wie das Edelmetall selbst, in Gramm-Einheiten gestückelt. Der Preis liegt folglich bei etwa 22 Euro/Gramm. Anleger halten insgesamt bereits Xetra-Gold-Anteile für mehr als 33 Tonnen. Vorsicht Fiskus: Noch ist nicht endgültig geklärt, wie der Fiskus Gewinne mit Xetra-Gold bewertet: Nach Plänen des Bundesfinanzministeriums soll es unter die Abgeltungssteuer fallen, wenn es als Wertpapier gehandelt wird. Jeder Gewinn wird dann mit 26,4 Prozent besteuert. Wird es jedoch als Gold ausgeliefert, soll die Spekulationsfrist-Regelung gelten – nach einem Jahr bleiben alle Gewinne steuerfrei. Zusatzkosten: Wer sich das Gold von seiner Hausbank ausliefern lässt, muss mit Kosten – je nach Stückelung – von knapp 300 bis 600 Euro je Kilo rechnen.
Spezialfonds: mit Golddeckung
Einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu Edelmetallen bieten börsennotierte Fonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Wichtig: Diese ETFs auf Rohstoffe sind eigentlich keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen. Geht also der Herausgeber dieser Papiere pleite, droht dem Sparer ein Totalverlust des eingesetzten Geldes. Daher sollten Anleger stets goldgedeckte ETFs bevorzugen – das hinterlegte Gold steht nur ihnen zu und sichert so ihre Einlagen ab. Der ETFS Physical Gold (ISIN DE000A0N62G0) hält Goldbestände, die bei der HSBC Bank in den USA liegen. Die Züricher Kantonalbank hat einen Gold-ETF in Euro (ISIN CH0047533523) und in Schweizer Franken aufgelegt. All diese ETFs richten sich in der Regel am Euro-Goldpreis aus und eignen sich – ebenso wie Xetra-Gold, physisches Gold in Form von Barren und Münzen als Absicherung für den Notfall.
Zertifikate – nur mit Währungssicherung
Seit der Pleite der US-Bank Lehmann wissen Anleger, dass selbst scheinbar sichere Zertifikate wertlos werden, wenn die ausgebende Bank pleite geht. Diese Gefahr ist bei soliden Geldhäusern, wie z. B. der Deutschen Bank äußerst gering. Ein Risiko bleibt dennoch: Währungsverlust. Clevere Anleger wählen daher währungsgesicherte Quanto-Zertifikate: Diese Papiere gleichen für Euro-Anleger mögliche Verluste des Dollars aus. Die Sparer profitieren somit ungeschmälert von steigenden Goldpreisen. Papiere, wie das Gold-Zertifikat der Deutschen Bank (ISIN DE000DB0SEX9) notierten zuletzt auf Allzeithoch.
Hebel-ETFs: höheres Risiko
Die Banken bieten inzwischen auf ETFs an, die den Trend des Goldpreises überproportional nachvollziehen (“Hebel”). Der ETF des Emissionshauses ETFS Commodity Securities auf den den Goldpreis-Index Dow Jones-UBS Gold (ISIN DE000A0V9YZ7) legt bei jedem Anstieg des Goldpreises um das Doppelte zu. Steigt der Index um ein Prozent, klettert das Hebelpapier um zwei Prozent – in Dollar gerechnet. Erleidet die US-Währung Wertverluste, schmälert das aber den Ertrag in Euro. Verliert Gold an Wert, gilt das umgekehrte Hebelprinzip.
Goldminenaktien: die Turboanlage
Risikobereite Anleger können auch mit Minenaktien auf den Goldpreis spekulieren. Die Kurse der Edelmetallproduzenten schwanken meist stärker als der Goldpreis selbst. Den jüngsten Spurt des Goldes vollzogen die Minenaktien bisher aber nur unterdurchschnittlich nach: Während es beim Goldpreis neue Rekorde zu verzeichnen gab, blieben viele Minenwerte hinter ihren alten Höchstkurse vom Frühjahr 2008 zurück – oft 20 Prozent und mehr. Dies bietet Chancen für eine Aufholjagd. Denn der jüngste Preisanstieg des Goldes lässt die Kassen der Minen klingeln: Sie produzieren Gold im Schnitt mit Kosten von 600 Dollar und mehr/Unze – bei einem Goldpreis von um die 1000 Dollar ein gutes Geschäft. Mit der kanadischen Barrick Gold (ISIN CA0679011084) kaufen Anleger den größten Goldproduzenten der Welt. Als gleichfalls aussichtsreich, aber stärker schwankend gelten die australische Newcrest Mining und das kanadische Kinross Gold.
Gold-Fonds
Anleger, die nicht zwischen einzelnen Aktien auswählen wollen, finden in Goldminenfonds eine Alternative: Gute Fondsmanager filtern erfolgreich die aussichtsreichsten Minenaktien heraus. Ähnlich wie bei den Goldminen-Aktien besteht auch bei den Goldminen-Fondsnoch Aufhol-Potenzial: Die Nummer eins der Goldminenfonds ist mit einem Anlagevermögen von rund vier Milliarden Euro der Blackrock World Gold Fund. Zu den Klassenbesten zählten zuletzt ferner der Earth Gold Fund UI und der auf kleinere Minen zielende Craton Capital Precious Metal Fund.


