Goldminenaktien als Geldanlage – vom Hebel profitieren
Aktien von Goldminen sind derzeit im Verhältnis zum Goldpreis unterbewertet. Als Anleger kann man also jetzt seine Chance nutzen und auf Goldminenaktien als Geldanlage setzen – im selben Atemzug vom Hebel profitieren.
In den letzten Monaten haben viele Goldhersteller ihre Absicherungen gegen einen fallenden Goldpreis aufgelöst. Einerseits werden die Goldminenaktien durch die Begrenzung des Hedgings risikoreicher, weil ein Absacken des Goldpreises so nicht mehr abgesichert ist. Andererseits profitieren die Hersteller nun in vollen Zügen vom steigenden Goldpreis. Noch ein Vorteil der Hedge-Eliminierung: Die Gewinne des Konzerns können besser kalkuliert werden.
Die Hebelkraft voll ausnutzen
Steigt der Goldpreis, legen die Gewinne der Goldminen normalerweise überpoportional zu. Solche Aktien kann man daher als Hebelinstrument auf den Goldpreis betrachten. Nehmen wir als Beispiel den größten Goldproduzenten der Erde: Barrick Gold. In diesem Jahr wird der Goldproduzent voraussichtlich 7,8 Millionen Unzen Gold aus der Erde kratzen. 2011 erwartet man einen marginalen Rückgang auf 7,2 Millionen Unzen. Erreicht der Goldpreis erwartungsgemäß 2011 einen Jahresdurchschnitt von 1000 USD/Unze, verdient Barrick Gold 1,99 USD (1,53 Euro) pro Aktie. Bleibt der Goldpreis allerdings auf einem ähnlich hohen Niveau wie heute, ungefähr 1200 USD, würde Barrick Gold sogar 3,05 USD Profit pro Aktie einfahren. Einen Anstieg des Goldpreises von 20 Prozent wandelt der Goldproduzent in einen Gewinnanstieg von 53 Prozent um! Stiege der Preis gelben Edelmetalls um weitere 17 Prozent, auf 1400 Dollar, könnte Barrick Gold noch einmal 35 Prozent Gewinn draufpacken.
Die Kehrseite des Hebels
Die Kehrseite der Medaille: Der Gewinnhebel wirkt jedoch genauso in die andere Richtung. Bei einem Durchschnitts-Goldpreis von nur 800 USD/Unze würde Barrick Gold nächstes Jahr nur 92 US-Cent verdienen, also 70 Prozent weniger als beim 1000er-Durchschnittspreis. Hat ein Goldproduzent höhere Förderkosten, wirkt der Hebel hier sogar noch stärker. Die kanadische New Gold Mining fährt in diesem Falle also sogar das Doppelte ein, wenn der Goldpreis bei 1200 Dollar statt 1000 Dollar steht. Sinkt der Preis auf 800 Dollar die Unze, sackt der Gewinn auf null zusammen. Die Hebelwirkung und die Abhängigkeit vom Rohstoffpreis machen Goldminenaktien daher zu einem risikoreichen Investment.
Große Nachfrage
Die meisten Experten erwarten für die nächsten Jahre einen weiteren Anstieg. Dann hätten Goldminen-Aktien ein großes Potenzial. Das umso mehr, als der Aktienmarkt noch nicht mal den aktuellen Goldpreis in den Aktiennotierungen widerspiegelt. Durchschnittlich werden die Goldproduzenten mit einem Abschlag auf ihren Barwert von von 40 Prozent notiert. Der Barwert wird dabei durch die abgezinsten künftigen Gewinne ermittelt. Das bedeutet, dass bei einem Goldpreis von ca. 900 USD pro Unze die Goldminenaktien fair bewertet wären. Oder die Kurse müssten beim aktuellen Goldpreis um 40 Prozent steigen, um die Unterbewertung gänzlich abzubauen.
So haben Anleger nicht nur einen Hebel auf einen steigenden Goldpreis zur Verfügung, sondern außerdem einen Puffer nach unten. Dennoch kann sich dieser schnell auflösen. Zieht zum Beispiel der Ölpreis unerwartet steil an, dann steigen auch die Förderkosten der Minengesellschaften. Zumindest sind der Abbau und die Aufbereitung des Gesteins sehr energieaufwendig.
Die größtmögliche Sicherheit bei seinem Investment zu erreichen, sollte man nicht nur auf eine Gesellschaft setzen, sondern einen Korb an Anbietern auswählen. Dabei kann man davon ausgehen, dass Goldkonzerne mit vielen Minen in politisch stabilen Ländern, wie z. B. Newmont Mining und Barrick Gold weniger spekulativ als Konzerne, die in der Türkei, Thailand oder Russland Gold abbauen. Die Beimischung von kleinen Kandidaten, die zur Übernahme bereitstehen, verleiht dem Goldminen-Portfolio außerdem einen Hebel.


