Goldpreis: Gute Aussichten für Goldanleger
Die derzeitige Krise ist ganz anders als vorherige Wirtschaftseinbrüche. Sie trifft nämlich auch die Reichen und Superreichen richtig hart. Russische Oligarchen, Ölscheichs und Internet-Millionäre – sie alle verloren in den vergangenen zwei Jahren einen Großteil ihres Vermögens . Damit ist eine gute alte Weisheit hinfällig: Luxus geht immer. Sportwagen, Jachten und Haute Couture – auch in den obersten Preisregionen bricht der Absatz dramatisch ein. Genau wie beim Schmuck. Die Industrie ist der wichtigste Goldabnehmer. Aber die Schmuckschmieden orderten in den ersten Monaten dieses Jahres so gut wie nichts mehr von dem Edelmetall.
Dem Goldpreis schadete das kaum: Nach kurzer Verschnaufpause tastet sich der Kurs wieder nach und nach an die 1000 Dollar/Feinunze. Und dabei wird es wohl nicht bleiben. Nichts fürchten Investoren weltweit derzeit so sehr wie eine drohende Inflation. Geschürt wird die Angst durch die sehr lockere Geldpolitik der meisten Wirtschaftsnationen, allen voran die USA. Der schwache Dollar tut ein Übriges.
Kurzum: Gold als Geldanlage wird immer attraktiver. Die Welt flüchtet in Gold. Seit 2007 hat sich das Volumen an Investitionen in Goldanlagen fast verdoppelt. Auch physisches Gold ist der Renner schlechthin: Allein im ersten Quartal dieses Jahres verfünffachte sich der Umsatz mit Goldbarren und Goldmünzen in Deutschland. Die Nachfrage ist verständlich. Mit immer neuen Rettungsprogrammen für Banken und den Konjunkturpaketen verschulden sich die Wirtschaftsnationen immer mehr und drucken eifrig neues Geld. Das schürt die Angst vor einer gewaltigen Inflation. Als sicherer Hafen dient Anlegern vor allem Gold. Als Sachanlage und historisches Zahlungsmittel bleibt es vor der Inflation am besten geschützt.
Gold in China
Nicht nur private und institutionelle Investoren flüchten in Gold. So stockte China im Eiltempo seine Reserven auf jetzt 1054 Tonnen auf – zuvor nannte das Reich der Mitte noch 600 Tonnen sein Eigen. China verfügt über die größten Dollar-Reserven. Inzwischen ist man sich in Fernost aber nicht mehr so sicher, ob der Dollar langfristig noch die Leitwährung bleibt – angesichts des rapiden Wertverfalls in den vergangenen Jahren und der dramatischen Verschuldung, die Amerika in naher Zukunft aufbauen wird.
Experten rechnen damit, dass gerade Länder wie China und Russland in naher Zukunft ihre Goldbestände weiter ausbauen wollen. Schon als Absicherung für ihre gewaltigen Dollar-Reserven. Denn Gold und Greenback entwickeln sich langfristig entgegengesetzt. Steigt der Goldpreis, fällt der Dollar gegenüber Währungen wie Euro oder Yen. Je schlechter die Meldungen aus der Realwirtschaft werden und je mehr die Angst vor der Inflation bei Anlegern greift, desto interessanter wird der sichere Hafen Gold. Wenngleich der rapide Wirtschaftsabschwung viel Geld vernichtete, der Anlagebedarf ist hoch. Sichere und attraktive Anlagen sind in diesen Tagen aber bekanntlich knapp.
Goldpreis steigt rapide
Dem Goldpreis wird das nicht schaden. Experten der PSM Vermögensverwaltung schätzen, dass der Goldpreis in den nächsten fünf Jahren unter Schwankungen auf 2000 – 3000 Dollar/Unze steigen kann. Auch für Privatanleger lohnt es sich, einen Teil des Vermögens in Gold zu investieren. Das geht natürlich durch den Kauf von Barren und Münzen. Wer allerdings nicht gerade einen Tresor im Keller oder ein Schließfach hat, ist mit ETFs (Exchange Traded Funds) bzw. ETCs (Exchange Commondities) gut beraten. Zumindest, solange sie mit physischem Gold hinterlegt sind, denn nur dann hat der Anleger auch die gewünschte Sicherheit. Anleger sparen hierbei den Aufschlag, der beim Kauf von physischem Gold anfällt, partizipieren aber eins zu eins an der Goldpreisentwicklung – abzüglich einer bestimmten Gebühr. Experten setzen dabei vor allem auf Xetra-Gold, angeboten von einer Tochter der Deutschen Börse. Zwar handelt es sich hierbei um eine hohe Inhaberschuldverschreibung, die aber fast komplett mit physischem Gold hinterlegt sind. Der Vorteil: Da eine Einheit Xetra-Gold einem Gramm des Edelmetalls entspricht, lassen sich auch kleinere Beträge investieren.
Kleines Manko für Anleger aus dem Euro-Raum: In der hiesigen Währung ist ein Anstieg des Goldpreises abgeschwächter, da ja meist parallel der Dollar an Wert verliert. Um dem zu entgehen, bietet der Julius Bär physical Gold Fund eine fast perfekte Währungsabsicherung. Die Eidgenossen investieren nur in physisches Gold. Der angenehme Nebeneffekt: Die Verzerrung durch die Währungsentwicklung entfällt größtenteils.
Anleger, die es etwas dynamischer mögen, engagieren sich dagegen in Goldfonds. Die investieren breit gestreut in Minenaktien. Viele der Papiere hinken der Entwicklung des Rohstoffpreises noch etwas hinterher. Inzwischen ziehen die Kurse aber wieder an. Experten rechnen damit, dass die Minen in diesem Jahr deutlich bessere Renditen erwirtschaften werden. Das dürfte die Kurse von Fonds wie dem BGF World Gold wieder befeuern. Zumal inzwischen selbst die Nachfrage der großen Goldschmuckproduzenten wie Indien oder Türkei wieder kräftig anzieht.


