Gold als Geldanlage
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Ist Gold nicht viel zu billig?

25. März 2014

Gold als Geldanlage erlebt gerade seine Renaissance. Bei Licht betrachtet, war das physische Gold während der gesamten letzten zwei Jahre niemals wirklich aus dem Blickwinkel der Anleger geraten. Jetzt, nach einer heftigen aber gesunden Korrektur am Edelmetallmarkt kann es wieder aufwärts gehen. Denn auch wenn es die Politiker einem Glauben machen wollen: die globale Wirtschafts- und Finanzkrise ist alles andere als vorbei. Und noch eine Tatsache spricht für das Gold: Bisher hat sich kein Papiergeldsystem sehr lange gehalten, in der Regel kollabiert es alle paar Jahrzehnte. Denn was man schon im alten China, dem Urheber des Papiergeldsystems tat, macht man heute nicht viel anders: Um sich beim Volk beliebt zu machen und den wahren Schuldenstand zu verschleiern, wird einfach grenzenlos neues Papiergeld aus der Druckerpresse geworfen. Solange, bis es gar nichts mehr Wert ist. Das Papiergeldsystem ist über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Alles sieht danach aus, als wären wir mal wieder im Finale eines Papiergeldzyklus angelangt.

Warum auch sollte unser heutiges Papiergeld wertbeständiger sein als das damalige? Nur, weil wir die Euros mittlerweile auf Baumwolle drucken anstatt auf Backpapier? Unsicherheit beschleicht die Bürger, denn nicht nur jenseits des Atlantiks sondern auch in Europa setzt eine vermeintlich unabhängige EZB alles daran, das Papiergeld so schnell wie möglich zu entwerten, um gigantische Schuldenberge abzutragen. Gold ist hierbei für den Anleger Wertaufbewahrungsmittel Nummer eins und jeder sollte zumindest einen kleinen Anteil seines Vermögens in Gold anlegen. Waren noch vor zehn Jahren die größten Goldkäufer die Juweliere, so verteilt sich heute die größte Käuferschicht auf Privatanleger und Goldfonds.

Gold bedeutet Sicherheit

Reden wir von Ägypten, kommt den meisten Menschen vor allem der Arabische Frühling, eine gigantische Revolution des Volkes in den Sinn. Wir denken an Pyramiden, Terrorismus und die Muslimbrüder. Wo die Unsicherheit regiert, ist Gold der klare Sieger: Im letzten Jahr kauften die Ägypter 15,5 Tonnen Gold, das sind ganze 652 Prozent (!) mehr als das Jahr zuvor. Immer dann, wenn die Währung eines Landes unter Beschuss kommt, erscheint das Gold auf der Bildfläche. Man sollte den Ägyptern gratulieren, denn sie haben Gold zu einem hervorragenden Preis eingekauft. Die Bewertung einer Unze Gold in der Papierwährung US-Dollar spielt dabei jedoch eine untergeordnete Rolle. Denn nicht der Wert des Goldes verändert sich, sondern die Papierwährung fluktuiert um den Wert des Goldes herum. Doch nicht nur Kriege und Revolutionen können beim Bürger zu existenzbedrohenden Situationen führen, sondern auch wirtschaftliche und politische Krisen können Hamsterkäufe auf dem Goldmarkt auslösen.

Kommt die Zwangsabgabe?

Versuchte man früher wenigstens noch den guten Schein zu wahren, diskutiert man heute laut im Rahmen des IWF darüber, die Bürger der Europäischen Union zu einer Zwangsabgabe zu verurteilen, um die gigantischen Schulden abzutragen. Dass es dann nicht bei dieser einen Zwangsabgabe bleiben wird, kann sich jeder selbst ausmalen. Anleger könnten dadurch versuchen, ihre Ersparnisse durch den Erwerb von physischem Gold zu retten. Wer seine Barren oder Münzen im außereuropäischem Ausland lagert, würde es den hiesigen Behörden schwer bis unmöglich machen, die Goldbestände zu konfiszieren. Auch in China ist nicht alles Gold was glänzt. China der boomende Wachstumsmarkt mit zweistelligen Zuwachsraten? Diese Zeiten sind vorbei. Auch in China bahnt sich eine kleine wenn nicht sogar mehrere Katastrophen an. Wie in vielen anderen Ländern auch wird dem Land eine gigantische Immobilienblase zum Verhängnis werden. Um die zahlreichen chinesischen Millionäre und Milliardäre zu befriedigen, die verzweifelt nach einer Anlage in Betongold suchten, wurden ganze Geisterstädte in der Wüste aus dem Boden gestampft, in die außer ein paar Statisten niemals jemand einen Fuß setzen wird. Auch Chinas Banken wackeln bedrohlich, der Bereich der chinesischen Schattenbanken ist mittlerweile unüberschaubar geworden. Ein Funke genügt hier, und eine finanzielle Kernschmelze bringt das gesamte marode chinesische Bankenwesen zum Einsturz. Die Bürger Chinas haben die Gefahr bereits erkannt – und flüchten ins Gold. Der nächste Krisenherd ist der Nahe und Mittlere Osten. Sollten die Konflikte hier überschwappen wird das schnell eine Verknappung der Öllieferungen zur Folge haben, was die Inflation sprunghaft befeuert. Auch durch die laxe Geldpolitik der Notenbanken kann es schnell zu einer Blase auf den Rohstoffmärkten kommen, was die Preise für Konsumgüter nach oben schnellen lässt. Der einzige Ausweg zum Erhalt der Kaufkraft lautet hier Gold und Silber.

Gold ist viel zu billig

Im Vergleich zur Entwicklung des Aktienmarktes ist Gold viel zu billig. Trotz der völlig ungelösten Staatschuldenkrisen rund um den Erdball und den zahlreichen Krisenherden sackte der Goldpreis im Vergleich zum Dow Jones im letzten Jahr in den Keller. Zwölf Unzen Gold kostet den Anleger heute der Dow Jones, während es in den 80er-Jahren nur 2 Unzen waren. Europäer und Amerikaner wähnen sich in Sicherheit, eingelullt durch die immer schneller rotierende Notenpresse. Europaweit wurden 2013 mehr Goldmünzen und Goldbarren ver- als gekauft, mit der Ausnahme Deutschlands. Dabei ist die europäische Staatsschuldenkrise alles andere als gelöst. Griechenland kann sich mit einem Schuldenstand von 180 Prozent vom BIP brüsten, sehr viel mehr noch als vor dem letzten Schuldenschnitt,  in Italien sind es rund 2 Billionen (2000 Mrd.) Euro. Jede Firma und jeder Privatmann wäre schon längst in der Insolvenz. Das noch größere Problem bei der Sache: Viele Banken sitzen auf jeder Menge fauler Kredite, die bei der anhaltenden Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsstagnation wohl auch nie mehr zurückgezahlt werden (können). Und der Berg wächst und wächst. Einzig allein Mario Draghi, der eigentlich unabhängige Notenbankpräsident, sorgt mit seiner Druckerpresse dafür, dass seine Landsmänner nicht höhere Zinsen zahlen müssen, was das Land zum sinnvollen Wirtschaften anregen würde. Doch das Thema Staatsschulden darf vor der kommenden Europawahl am 25. Mai auf keinen Fall thematisiert werden, nicht dass noch jemandem auffällt, dass hier etwas faul ist und eine europakritische Partei gewählt wird.

Japan steht vor dem Abgrund

Doch warum nur steht der Euro noch immer so gut da? Dies mag sich der ein oder andere fragen, der mitunter interessiert die Devisencharts verfolgt. Die Antwort ist recht einfach: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Denn es gibt sogar Länder, um die es noch viel schlechter bestellt ist. Japan darf sich zum Beispiel über eine Schuldenlast von 3 Trillionen Yen freuen, das sind sieben Billionen Euro und damit mehr als dreimal soviel wie Italien. Dass Japan trotz allem  noch immer nicht kollabiert ist, hängt einzig und allein damit zusammen, dass die Bevölkerung stets bereitwillig neues Geld in Staatsanleihen investiert. Auch Großbritannien steht mit seinen 1,8 Billionen Euro Schulden nicht gerade als Musterknabe da. Dennoch ist der absolute Schuldenstand im Grunde zweitrangig, entscheidend ist, wer und zu welchem Zins noch jemand bereit ist, dem Land weiterhin Geld zu leihen. Im Falle der USA mit 13 Billionen Euro scheinen hier langsam die Lichter auszugehen, denn aus dem asiatischen Raum werden vermehrt US-Anleihen abgestoßen, was auf dem Chart ein sehr ungemütliches Bild ergibt. Steigen bei einem solchen Schuldenstand die Refinanzierungszinsen über Gebühr an (etwa bei über 5 Prozent), droht den USA schnell die Zahlungsunfähigkeit. Als fast einziger treuer Kunde der US-Anleihen bleibt mittlerweile die Amerikanische Notenbank (Fed), die den Großteil der maroden Anleihen hält.

Fazit

Auch wenn es einem die „oberen Zehntausend“ noch so gerne glauben machen mögen: Die globalen Risiken rund um das Thema Staatsschulden und geopolitische Konflikte sind keineswegs gebannt. Gold wird hier als Absicherungsmetall eine wichtige Stellung einnehmen.

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