Schmuck als Geldanlage

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Dass Goldbarren und Anlagemünzen derzeit bei Anlegern heiß begehrt sind, ist kein Geheimnis. Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise investieren derzeit viele ihr Geld in Gold und andere Edelmetalle. Doch wie sieht es eigentlich mit Schmuck als Geldanlage aus? Was taugen Omas Brillanten und der Verlobungsring des Verflossen?

Wie war das noch? Unsere Großmütter brachten ihre Kinder oft nur durch den Krieg, weil sie ihre Brosche gegen Brot tauschen konnten? Der geschärfte Investorblick auf die eigenen Kronjuwelen ergibt: Am besten dürften sich Vaters goldene Figaro-Panzerkette, 50 cm lang und ziemlich breit, sowie der Ring aus 750er Gold versilbern lassen. Die Kette lag 1995 bei rund 1200 DM, der Ring kostete im Jahr 2004 knapp 600 Euro. So, so. Was müsste man heute für die beiden Goldstücke berappen? Ein kurzer Check bei Cartier offenbart: Für den Ring müsste man heute schon 790 Euro geben, fast 30 Prozent mehr als vor vier Jahren. Die Kette würde beim Juewlier Christ heute mit 890 Euro zu Buche schlagen – umgerechnet ebenfalls gut 30 Prozent mehr als beim Kauf, allerdings vor 14 Jahren. Damit steht es im Kampf um den Werterhalt 1:0 für den Goldring.

Sind die Schmuckpreise denn vergleichbar mit dem Goldpreis gestiegen?

Nein, deutlich weniger. Heute liegt Gold bei rund 1.100 Dollar/Unze. 1995 waren es 380 Dollar, 2004 waren es 420 Dollar. Profis macht der hohe Goldpreis offenbar nicht nervös: Heute werden Modelle erst auf Abruf produziert. Früher hatten die Juweliere volle Lager, heute ist das alles “just in time”. Das heißt: Profis können hohe Preise aussitzen.

Lassen wir die Schmuckstücke vom Fachmann unter die Lupe nehmen, sein Urteil: “Der Ring lässt sich gut verkaufen. Der Name zieht und die Größe ist Standard.” Und die Kette? “Goldwert etwa 200 Euro, möglicher Verkaufspreis vielleicht 400 Euro – falls man überhaupt jemanden findet.” Schade, auch Klassiker können für Jahre out sein. 2:0 für den Goldring.

Goldringe auf Ebay

“Verkaufen Sie den Ring lieber auf Ebay, wir zahlen höchstens 100 Euro für den Goldwert”, so der freundliche Herr im Gold-Ankauf-Geschäft. Cartier-Liebhaber zahlen im Internet gerne 400 oder 500 Euro für ein gut erhaltenes Original. Tatsächlich, Angebot und Nachfrage pendeln sich zwischen 300 und 539 Euro ein. Ein weiteres Goldankauf-Geschäft weiter dieselbe Aussage: Für den Ring gibt es vielleicht einen Hunderter, für die Kette 200 bzw. 220 Euro. Mehr nicht? Nein, nur der Goldgehalt zählt hier, denn alles wird eingeschmolzen. Die dortige Preisliste: 333er Gold – bis zu 5 Euro/Gramm, 585er Gold – bis zu 10 Euro, 750er Gold – 15 Euro, das wars. Die Kette ist schwer, der Ring ist leicht. Es steht 3:2 für den Goldring.

Mit dem Gold ins Pfandhaus

Probieren wir mal, unser Gold im Pfandhaus zu Geld zu machen: 215 Euro für die Kette, 85 für den Ring. 3:3 steht es nun für die beiden Schmuckstücke. Finden sich Interessenten, reißt es der Name Cartier raus. Ansonsten zählt einfach der pure Goldgehalt. Mit teurem Schmuck ist es nicht anders als mit Autos: Die Händlerspanne und die Mehrwertsteuer zahlt Ihnen kein späterer Käufer je wieder zurück, wenn er nicht verliebt ist in das Objekt. Und was ist gerade angesagt? Für den Laien ist das kaum erkennbar. Immerhin: Winzige Golduhren aus den 50er Jahren sind wieder im Kommen. Grundsätzlich gilt: je madamiger der Schmuck, desto schwerer ist er an den Mann zu bringen.

Ist also die Schmuck-Auktion die Lösung der Lösungen?

Nicht automatisch. Zwischen dem Wert laut Gutachten und dem letztendlichen Verkaufspreis können gut 50 Prozent Unterschied liegen. Selbst bei teuren Stücken geht es oft nur um den Materialwert. Teilweise wird also weniger als der Goldpreis gezahlt, denn die Profis ziehen noch ihren Aufwand für Schmelze oder Umarbeitung ab. Ohnehin zahlt hier der Einlieferer etwa 15 Prozent des späteren Verkaufspreises an den Auktionshaus.

Fazit: Schmuck ist ist als Geldanlage nur bedingt tauglich. Sicherlich lassen sich Omas Brillanten und Opas Goldkettchen zu Geld machen – in den meisten Fällen sogar mit Gewinn. Doch anders als bei Anlagegold muss man hier den Aufpreis durch die Mehrwertsteuer einkalkulieren und ggf. in Kauf nehmen, dass das gute Stück mittlerweile außer Mode ist und man nur noch für den reinen Goldgehalt bezahlt wird. Andererseits kann man Glück haben und ein wertvolles Sammlerstück an einen echten Liebhaber zu einem weit höheren Preis verkaufen, als es vom Goldgehalt her Wert ist. Will man auf Nummer sicher gehen, sollte man physisches Gold kaufen. Schönheit und individueller Wert liegen bei Schmuck eben hauptsächlich im Auge des Betrachters/der Betrachterin.

27. Dezember 2009
Posted in Gold als Geldanlage — goldanlage @ 13:22

1 Kommentar »

  1. Dem geschriebenen kann soweit nur zugestimmt werden.
    Doch die Mehrzahl der Menschen, die ihr Geld vor Inflation schützen wollen, haben aber keinen Bezug zu Goldbarren. Damit können sich die meisten Menschen nicht identifizieren.
    Wenn man zeitlosen, klassischen Juwelier-Schmuck wählt, bei dem man nicht für einen Markennahmen teuer draufzahlen muss, ist die Geldanlage in Schmuck schon sehr sinnvoll.
    Schließlich hat man auch noch viel Freude damit.
    In einem Juwelier-Geschäft zahlt man oft viel mehr als bei einem Online-Händler. Aber auch dort gibt es sehr große Unterschiede. Genau vergleichen ist hier vor dem Kauf das Wichtigste.
    Wir haben uns mit der Auswahl der Produkte in unserem Online-Shop :
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    auf “die Fahnen geschrieben”, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.

    Kommentar by Andreas Forster — 21. April 2010 @ 14:19

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