Gold als Geldanlage
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Sorgt China für den Gold-Peak?

26. Januar 2015

Trotz des starken und immer stärkeren Dollars und trotz des schwächer und immer schwächer werdenden Euros kennt der Goldpreis seit Jahresbeginn nur noch eine Richtung -> nach oben! Insgesamt darf sich der Goldpreis seit den Tiefstständen im Dezember über ein Plus von 9 Prozent freuen – und Goldanleger freuen sich mit.

Vor allem der Fall der magischen Marke von 1250 löste einen gewaltigen Kursschub nach oben aus. Soweit die technischen Gründe für die lange überfällige Gegenreaktion auf den Ausverkauf am Goldmarkt der letzten Monate. Doch zieht auch die Investmentnachfrage deutlich an.

Goldpreis in Euro startet voll durch

Die Ankündigung der EZB durch Mario Draghi, die Märkte künftig jeden Monat mit 60 Mrd. frisch gedruckten Euros zu fluten, verhalf dem Goldpreis gar zu einem Kurssprung um 2 Prozent, wodurch er auf der Marke von 1130/Feinunze ein 21-Monatshoch erreichte. Der Euro wird geschreddert, Gold ist der glänzende Gewinner.

China drückt auf die Tube

Dies könnte bald zu einem Problem werden, denn vor allem China kauft den Goldmarkt förmlich leer. Allein in der zweiten Januar-Woche stockten die Chinesen ihre Goldvorräte um 70 Tonnen auf. Auch Wochensicht eine der höchsten Mengen während der letzten Jahre.

Flucht in  den sicheren Hafen

Auch vor dem Hintergrund der wieder aufflammenden Eurokrise und einem möglichen Austritt der Griechen aus der Währungsunion suchen wieder mehr Anleger ihr Heil im gelben Edelmetall und kaufen vermehrt Gold. Während der Euro seit Mai 2014 fast 30 Prozent seiner Kaufkraft einbüßte und derzeit bei 1,12 notiert, erweist sich Gold weiterhin als zuverlässige Wertanlage. Nachdem die linksradikale und eurokritische Partei Syriza in Griechenland das politische Feld von hinten aufrollen wird, steht in Spanien mit der ebenfalls linksradikalen Partei „Podemos“ schon der nächste Kandidat in den Startlöchern. Sehr unwahrscheinlich erscheint es vor diesem Hintergrund, dass die traditionellen Geber-Länder wie Deutschland, Niederlande und Großbritannien noch lange und bedingungslos die kommunistischen Phantasien der neuen Machthaber in Südeuropa durchfinanzieren. Das Ende des Euro ist ungewiss, wird aber immer wahrscheinlicher.

Droht der Gold-Peak?

Droht eine mögliche Verknappung eines Rohstoffes aufgrund seiner begrenzten Verfügbarkeit auf der Erde, spricht man vom sogenannten Peak. Wissenschaftler versuchen sich seit Jahren daran, den Peak für das Erdöl zu finden. Während die einen ihn als schon längst überschritten deklarieren und der Jahrtausendwende zuordnen, rechnen andere erst Mitte des Jahrhunderts damit. Der Chart lehrt uns die unverblümte Sicht auf die Realität: Durch die neuen Fördermethoden des Frackings entstand ein Überangebot auf den Märkten, das nun zum völligen Kollaps des Ölpreises geführt hat. Peak-Oil dürfte also noch ein paar Jahre auf sich warten lassen. Doch wie steht es um Gold?

Entdeckung neuer Goldvorkommen rückläufig

Laut dem Goldminenbetreiber Goldcorp ist die Neuentdeckung von Goldminen seit 1995 rückläufig. Die Erschließlung einer neuen Mine dauert ca. 20 Jahre, sodass die Befürchtung von Gold-Peak in 2015 tatsächlich schon Realität werden könnte. Kleinere Minen sind aufgrund des drastischen Preisverfalls in den letzten Monaten in teilweise gravierende Schieflage geraten und mussten Konkurs anmelden. Die Goldbranche musste in den letzten Monaten deutlich konsolidieren, die unrentabelsten Minen wurden unsanft aus dem Markt gekegelt. Übernahmephantasien machen also derzeit die Runde. Vor dem Hintergrund der unsicheren Lage in Europa ist es mit Sicherheit nicht verkehrt, 10 Prozent seines Depots in Gold, Silber oder Diamanten zu halten.

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