Was taugt das Gold von LIDL?

Weltweit schieben die Münzämter seit Jahresbeginn Extraschichten. Nur so können sie die riesige Nachfrage nach Goldmünzen und -barren einigermaßen befriedigen.

In Österreichs Prägeanstalt “Münze Österreich” ist der Exportschlager, die “Wiener Philharmoniker”, gefragt wie noch nie. 2007 habe man 245 000 Goldmünzen verkauft, 2008 schon über eine Million, sagt die Anstalt.

Die angebotenen Stückzahlen decken nur noch etwa 5 Prozent der tatsächlichen Nachfrage. Auch bei anderen Goldproduzenten arbeitet man jetzt im Zweischichtsystem, auch sonntags, um bis zu 300.000 Münzen zu verschicken. Vor der Finanzkrise wurde nur ein Zehntel dieser Menge pro Tag verkauft. Fünf bis sechs Tage dauert es, bis Anleger die Münzen oder Goldbarren erhalten, die sie Online bestellen.

Gold von LIDL

Selbst der Lebensmitteldiscounter LIDL will bei dem Trend mitmischen: Auch dort gibt es neuerdings Münzen und Barren zu kaufen. Wer aber denkt, hier ein Schnäppchen zu machen, der irrt: Ganze 329 Euro kostete der 10-Gramm-Goldbarren “kinebar” aus Österreich am 20.März. Bei anderen Anbietern hätte ein Anleger am selben Tag nur 252 Euro bezahlt. Preise vergleichen lohnt sich also!

Die 100-Euro-Münze “Goslar” mit einem Feingewicht von einer halben Unze (15,5 Gramm) Hällten LIDL-Kunden am 20. März statt für 419 Euro gut 31 Euro günstiger bei Euro Change in Berlin kaufen können. Trotzdem sind viele LIDL-Münzen und der Barren “kinebar” ausverkauft. Wahrscheinlich reicht schon der Produktname, um beim Verbraucher mit “besonders günstig” assoziiert zu werden.

Anders als LIDL passen Banken, Sparkassen und Goldhändler wie Anlagegold24 ihre Preise mehrmals täglich an den Börsenkurs an. Ihr Preis für den Kunden errechnet sich aus dem Börsenkurs, den Präge- und Logistikkosten der Hersteller und der Gewinnmarge des Großhandels.

Im März betrugen die Aufschläge für Unzenmünzen auf den reinen Goldpreis durchschnittlich 7 Prozent. Vergrößern sich die Engpässe bei der Herstellung von Münzen und Barren, steigt der Aufschlag. Außerdem gilt: Je kleiner die Münze, desto höher ist das Aufgeld auf den reinen Goldwert. Ähnliches gilt für Goldbarren: Anleger, die einen 10-Gramm-Goldbarren kaufen, müssen mit Aufschlägen von zirka 12 Prozent rechnen. Für Unzen-Barren werden nur zirka 4 Prozent Aufschlag fällig.

Die gängigen Anlagemünzen Krügerrand, Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf und China Panda können Anleger bei Goldhändlern günstiger kaufen als bei LIDL.

15. Mai 2009
Posted in Allgemein — goldanlage @ 18:29

Keine Kommentare »

Es gibt noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen