Gold als Geldanlage
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Arbeitet Russland am Goldstandard?

2. Januar 2015

Putins Reich ist in einer schweren Krise. Durch die Santionen des Westens und durch das Überangebot am Öl-Markt hat sich ein herber Verfall des Rubels eingestellt. Vor allem der deutliche Sturz im Öl um über 50 Prozent zeigt, dass es wenig sinnvoll ist, eine gesamte Volkswirtschaft auf die spekulative Entwicklung eines bestimmten Rohstoffs aufzubauen. Doch auch Gold spielt für Russland eine nicht unerhebliche Rolle. Im vergangenen Jahr kaufte Russland so viel Gold wie kein anderes Land der Welt.

Im Jahr 2014 schraubte sich Russland durch den Zukauf von 150 Tonnen Gold in die Top 5 der Länder mit den größten Goldreserven weltweit und verfügt aktuell über einen Vorrat von 1.170 Tonnen im Wert von 45 Milliarden Dollar. Nur einmal in der Geschichte verfügte Russland über einen höheren Goldbestand, nämlich zu Zeiten der Romanow-Dynastie, wo es auf einem Goldschatz von 1.200 Tonnen saß.

Rubel im freien Fall

Die gigantischen Zukäufe der Zentralbank auf dem Goldmarkt konnten den freien Fall des Rubel nicht aufhalten. Zu stark sind die Verflechtungen der russischen Volkswirtschaft mit dem Ölgeschäft und es herrscht eine permanent latente Gefahr, dass aufgrund der harten westlichen Sanktionen, durch welche die russische Wirtschaft vom globalen Kapital abgeschnitten werden soll, eine russische Bank die Grätsche macht und teuer gerettet werden muss.

Goldreserve verdoppeln

Schon im Jahr 2005 schmiedete Vladimir Putin den Plan, die russischen Goldreserven zu verdoppeln und nahm als Zielmarke die 10 Prozent ins Visier, die auch jedem Privatanleger empfohlen sind. Bis heute kann man sagen – Gott sei Dank, denn ohne eine solide Goldreserve wäre Russland wahrscheinlich jetzt schon pleite – mit unabsehbaren Folgen für Europa, ja für die gesamte Weltwirtschaft. Dennoch muss Russlands aktueller Goldrausch dem Goldpreis nicht zwangsläufig nach oben helfen. Russland besitzt nun mehr Gold als China und wird auch im Jahr 2015 weiter fleißig dazukaufen. Die russische Fördermenge im eigenen Land ist größer als die der USA, weltweit betrachtet liegt Russland auf dem dritten Platz. Die russische Zentralbank ist folglich selbst der beste Kunde für 114 Tonnen russisches Gold von den 175, die 2014 abgebaut wurden.  Auf die fatale Entwicklung der Währung hatte das russische Goldprogramm bisher keine erkennbare Wirkung. Die russische Bevölkerung flüchtet vor dem Rubel-Verfall in die Geschäfte und  versuchte in den letzten Wochen voller Panik, ihre täglich weniger Wert werdenden Rubel in Flachbildschirme und andere Elektronikgeräte zu tauschen. Sollte sich die Krise ausweiten, könnte Russland in die Zwangslage kommen, Gold gegen Rubel zu verkaufen. Dies würde eine wahrhaft ernste Krise zum Ausdruck bringen und Putins Pläne konterkarieren, indem sein eigentliches Ziel ist, Russland aus der „Dikatur des US-Dollars“ zu befreien. Der Wirtschaftskrieg zwischen West und Ost ist in vollem Gange.

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