Gold wartet auf einen goldenen Herbst
Anleger zeigen sich derzeit verunsichert wegen der konträren Nachrichten in Bezug auf Gold. Investoren reduzieren in den letzten Woche ihre Goldbestände. So ist auch das Volumen des SPDR Gold-Fonds erstmals seit Jahresanfang gefallen.
Auch an den Terminbörsen setzen Anleger bei Gold auf Short. Gleichzeitig hört man von Gerüchten, dass die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) eine Menge Gold auf den Markt werfen könnte. Die BIZ hat über Swap-Transaktionen mit Banken 346 Tonnen Gold als Sicherheit für Kredite erhalten. Unter Investoren wird daher spekuliert, dass hinter der Aktion Notenbanken aus Südeuropa stehen, die bei Liquiditätsproblemen ihr Gold verkaufen.
Andererseits scheint es so, als seien nicht viele Privatinvestoren in Gold angelegt. Zwar zählt das Thema Gold und Edelmetalle zu den populärsten Diskussionsthemen, jedoch zeigt eine Studie, dass 60 Prozent der Befragten kaum oder nur wenig in Gold angelegt sind. Der Anteil im Depot der befragten Kunden liegt bei etwa fünf Prozent.
Der Anteil an der Gesamtbevölkerung, die überhaupt Gold kaufen, liegt einer Schätzung zufolge bei 2 – 3 Prozent. Für die nächsten Monate rechnen Analysten mit einer Seitwärtsbewegung beim Goldpreis. Wenn allerdings im Herbst die Schmuck- und Investitionsnachfrage aus Ländern wie Indien wieder ansteigt, werden steigende Kurse erwartet. Auch das bei der BIZ als Sicherheit hinterlegte Gold wird keinen negativen Einfluss auf die Preise haben, falls es denn überhaupt auf den Markt kommt. Denn insgesamt ist die Menge zu klein, um die Gold-Hausse aufzuhalten.
Weil die Probleme in Südeuropa keinesfalls aufgehoben, sondern nur aufgeschoben sind, ist die Zeit für Goldanleger günstig. Der Krügerrand, andere Goldmünzen und Goldbarren sind laut einer Umfrage noch immer die beliebteste Form der Goldanlage. Beim physischen Gold sind die Lieferengpässe behoben, die in diesem Frühling durch Gerüchte einer Währungsreform entstanden waren.


