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Goldpreis-Analyse Juli 2012

3. Juli 2012

Der Juni war ein turbulenter Monat für den Goldpreis – auf und nieder, immer wieder. Übergeordnet betrachtet befindet sich der Goldpreis seit Mai in einer Seitwärtsbewegung, die zwischen der Marke von 1632 an der Oberseite und 1537 an der Unterseite verläuft. Werfen wir einen Blick auf den Monat Juli 2012 und damit auf den aktuellen Goldpreis-Chart.

Hierbei ist zu beobachten, dass sich bei der Marke von 1537 ein solider Boden ausgebildet hat, an der sich offensichtlich immer eine Menge Käufer finden, die den Goldpreis nicht unter diese Marke rutschen lassen. Gleichzeitig können wir beobachten, dass auf der Unterseite höhere Tiefs ausgebildet werden, ohne dass es dem Goldpreis bisher augenscheinlich möglich war, die Abwärtstrendlinie im 4H-Chart noch die magische obere Begrenzung der Seitwärtsbewegung bei 1632 nachhaltig zu überwinden. Aktuell notiert der Goldpreis nahe an dieser Abwärtstrendlinie, sollte er sie nach oben durchbrechen, dürfte sehr schnell mit steigenden Notierungen im Edelmetall gerechnet werden. Charttechnisch betrachtet arbeitet der Goldpreis an einer Dreiecks-Formation, die man bei einem Bruch der Trendlinien sehr schön traden kann.

Fundamentale Daten

Ganz klar, die Börsen sind derzeit enorm von politischen Entscheidungen geprägt. Nach der fatalen Abstimmung im Bundestag über den Europäischen Schuldenmechanismus (bzw. Europäischen Ausplünderungsmechanismus) waren die Börsen zunächst von der Aussicht auf billiges und einfaches Geld vom deutschen Steuerzahler beflügelt, was den DAX letzten Endes über die Marke von 6500 Punkten und den Goldpreis an die obere Marke seines untergeordneten Abwärtstrends hievte.  Aktuell warten (hoffen) die Märkte auf neue Liquditätsspritzen der Notenbanken. Das perfide an der Situation: Je schlechter die Nachrichten aus der Wirtschaft, desto höher steigen die Kurse, weil man auf billiges Geld der Notenbanken hofft. Zumindest von Seiten der EZB sollte dies am kommenden Donnerstag auch erfüllt werden, die Marktteilnehmer rechnen mit einem Absenken des Leitzinses um 0,25 Basispunkte auf 0,75 Prozent. Mehr frisches und billiges Geld für die Märkte – das schürt Inflationsängste und wird auch den Goldpreis enorm beflügeln, zumal auch die Fed nicht mehr lange mit QE3 warten kann/wird.  Der Amerikanische ISM beispielsweise sackte gestern erstmals seit langer Zeit wieder unter die magische Marke von 50 Punkten, ein deutliches Anzeichen für eine bevorstehende Rezession in den USA. Doch lange konnte das die Börsen nicht schockieren, der Geruch nach frischem Geld der Fed liegt in der Luft. Die Gefahr an der Sache: Die aktuelle Börse genau wie das marode Konstrukt „Europa“ basiert nur noch auf dem Prinzip Hoffnung, leere Versprechungen und Garantien und Gier nach billigem Geld, die Börsenkurse spiegeln aktuell keinesfalls mehr eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung wider – der perfekte Nährboden für eine gigantische Spekulationsblase und den nächsten Crash. Sollten die Erwartungen der Marktteilnehmer am Donnerstag enntäuscht werden und der Leizins auf seinem Niveau verbleiben, ist mit einer herben Enttäuschung und Kursverlusten zu rechnen.

Gold in einer Seitwärtsbewegung. Beachten Sie den Bruch der wichtigen Kursmarken von 1537 auf der Unterseit und 1632 auf der Oberseite.

Gold in einer Seitwärtsbewegung. Beachten Sie den Bruch der wichtigen Kursmarken von 1537 auf der Unterseit und 1632 auf der Oberseite.

Gold – kaufen oder verkaufen?

Der aktuelle Goldpreis bietet für physische Anleger sehr gute Einstiegspreise. Dennoch sollte man Gold stets als langfristiges Investment, Inflationsschutz und Krisenabsicherung ansehen und als physischer Anleger keinesfalls als Spekulationsobjekt. Wer physisches Gold kauft, braucht den Goldpreis im Grunde gar nicht täglich zu verfolgen, denn er muss nur feststellen, dass Gold mal etwas mehr und mal etwas weniger im Verhältnis zum billigen Geld der Notenbanken bewertet wird. Der wahre Nutzen des Goldes wird sich erst dann erweisen, wenn ein 100 Euro-Schein nicht mehr Wert ist als eine Tüte Konfetti, was bei der aktuellen Krisenbewältigungspolitik unserer Regierung (und jener in den USA) nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird. Ergo: Gold kaufen lohnt sich immer!

Aussichten für Trader

Wer mit Hebelprodukten auf eine Entwicklung des Goldpreises spekuliert, um so kurzfristig auf Tages- oder Wochenbasis Gewinne zu machen, der kann die Kursmarke von 1537 als attraktive Kaufgelegenheit nutzen. Ein Beispiel finden Sie hier.  Zudem wird der Bruch der untergeordneten Abwärtstrendlinie bei der aktuellen Marke von um die 1613 neue Käufer in den Markt ziehen, wobei es dann zur Entscheidung an der oberen Begrenzung der Seitwärtsbegrenzung bei 1632 kommt, wodurch die Bullen enormen Aufwind bekommen. Dennoch gilt es zu beachten, dass das gesamte Setup von einer bei der Notenbanksitzung zunichte gemacht werden kann. Wie ich mein Gold kenne, wird es alle Widerstände auf einmal überwinden und gleich um 100 Dollar zulegen, oder sich bei einer Enttäuschung zurückziehen in den Bereich zwischen 1550 und 1580 – zumindest solange bis die Fed mit QE3 interveniert.

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1 Kommentar
9. Juli 2012 at 20:18

Ich werde mein Gold erstmal nicht verkaufen. Hoffe dass der Preis auf lange Sicht gesehen noch weiter steigen wird.

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