Bundesregierung bekämpft Goldkäufer

Obwohl die Meldefälle in Bezug auf Geldwäsche beim Edelmetallkauf stark rückläufig sind, will die Bundesregierung den anonymen Goldkauf stark zurechtstutzen. Goldanleger können demnach bald nur noch kleine Mengen anonym kaufen. Fast wirkt es so, als wolle man verhindern dass die Menschen sich der wahren Währung zuwenden und dem Fiat-Money-System endgültig den Rücken kehren.

Das traditionelle Finanzsystem scheint mehr und mehr zu erodieren. Während sich immer mehr Bürger dazu entscheiden, ihre Euros in Bitcoins und andere Kryptowährungen oder Gold einzutauschen, trifft die Regierung Gegenmaßnahmen. Die Flucht aus dem etablierten Finanzsystem soll wohl in Zeiten von Negativzinsen nachhaltig eingedämmt werden.

Neue Bargeldgrenze im Gold

Während man bislang noch Gold im Wert von 10.000 Euro anonyme kaufen konnte, soll diese anonyme Bargeldgrenze nun auf 2.000 Euro abgesenkt werden. Damit geht die Bundesregierung deutlich weiter als die allgemeine EU-Vorschrift es verlangt. Nach dem jüngsten Preisanstieg im Gold wäre somit schon der Kauf eines kleinen 50-Gramm-Barrens nicht mehr anonym möglich. Über dieser 2000-Euro-Grenze muss der Verkäufer ihre gesamten persönlichen Daten aufnehmen und für fünf Jahre speichern. Bereits im Jahr 2017 war die Schwelle für den anonymen Goldkauf von 15.000 auf 10.000 Euro herabgesetzt worden. Die Galgenfrist ist kurz – bereits ab dem 10. Januar 2020 soll das neue Gesetz in Kraft treten. Wer jetzt noch anonym Gold kaufen möchte, sollte dies also möglichst schnell noch tun.

Verdachtsfälle nur bei 0,22%

Obglich die Zahl der Meldefälle für Geldwäsche und/oder Terrorismusfinanzierung seit 2008 stark zugenommen hat (von 7.349 auf 77.252), liegt der Anteil der Edelmetallverdachtsfälle dabei jedoch lediglich bei 0,22 Prozent. Tatsächlich straffällig waren unter den Meldefällen nur 2 Prozent. Es scheint also, dass das große Geldwäsche- und Terroismusfinanzierungsrad über ganz andere Kanäle gedreht wird, als über Gold. Nichtsdestotzrotz möchte die Bundesregierung hier auch im Goldmarkt reingrätschen, um „ein Zeichen“ zu setzen.

Bargeldverkehr hat Tradition

Traditionell findet beim Goldkauf ein hoher Bargeldtransfer statt, was der Bundesgregierung ein Dorn im Auge zu sein scheint. Der Griff nach der Regulierungskeule um das Fiat-System zu schützen war daher nur zu erwarten. Dass vor allem der Goldkauf nun so drastisch beschränkt werden soll, stößt unter Goldanlegern und liberalen Politikern auf Kritik. Zum Glück gibt es ja auch noch Diamanten.

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