Ist Gold ein offzielles Zahlungsmittel?

Wer Gold kauft oder gar hortet, tut dies natürlich nicht ohne Hintergedanken. Während die einen auf satte Kursgewinne in Krisenzeiten spekulieren, möchten die anderen mit ihrem Goldbestand ein echtes Zahlungsmittel haben, das sie in Notzeiten über Wasser hält. Die heutige Frage lautet also: Ist Gold Geld?

Schaut man einmal in die Vergangenheit, so hatte Gold schon immer einen Sonderstatus unter den Edelmetallen. Schon bei den alten Ägyptern war Gold nicht nur in Form von Schmuck unter den Bürgern beliebt, sondern wurde im 6. Jdt. v. Chr. erstmals als Zahlungsmittel verwendet. In der Folge setzte Gold sich fast überall auf der Welt als Zahlungsmittel durch. Man könnte sagen, Gold war die Weltleitwährung der damaligen Zeit!

Dann kam das Papier

Doch Gold hat einen entscheidenden Nachteil, zumindest aus Sicht von Staaten und Notenbanken: Es kann nicht beliebig repliziert werden, sondern muss mühsam aus der Erde gekratzt werden. Hinzu kommt, dass die Goldvorräte der Erde auf absehbare Zeit endlich sind. Das gesamte jemals zu Tage geförderte Gold auf der Erde passt in einen Würfel mit einer Kantenlänge von nur 20 Metern. So musste Gold langsam aber sicher dem Papiergeld weichen, wodurch sich Staaten die Kontrolle über die Geldmenge und über die Bevölkerung sichern konnten. Doch trotz allem versank Gold niemals komplett in der Bedeutungslosigkeit. Heute ist das gelbe Edelmetall gefragter denn je.

Goldstandard

Noch bis ins letzte Jahrhundert hinein war das etablierte Papiergeldsystem mit entsprechenden Goldreserven hinterlegt, man spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Goldstandard. Erst im Jahr 1973 wurde dieser abgeschafft, um der uneingeschränkten Geldmengenausweitung ungestört frönen zu können.

Goldmünzen noch immer offizielles Zahlungsmittel!

Was die wenigsten Menschen wissen: Zahlreiche Goldmünzen sind heute noch immer offizielles Zahlungsmittel in ihren Ländern! In Deutschland sind es die Goldmünzen der Bundesbank, in Österreich der Wiener Philharmoniker, in Kanada die Maple Leaf oder der berühmte American Eagle in Amerika. Die Sache hat allerdings einen Haken: Während sich beispielsweise der staatlich garantierte Nennwert des Wiener Philharmonikers auf 100 Euro beläuft, liegt der Materialwert der Münze aufgrund des reinen Goldgehaltes bei derzeit rund 1300 Euro. Es wäre also ein schlechtes Geschäft für den Goldmünzenbesitzer, damit zum Bäcker zu gehen und mit der Münze die Brötchen zu bezahlen.

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