China kurbelt den Goldpreis an

Während der Goldpreis nun viele Monate im Winterschlaf verbrachte und sich kaum von der Stelle rührte, scheint es allmählich wieder aufwärts zu gehen. Mit dem Abverkauf an den Aktienmärkten und nachdem sich auch der Bitcoin als Flop entwickelt hat, ist ein solides und sicheres Investment gefragt. Zusätzlich befeuert China den Markt mit steigender Nachfrage, wodurch das Goldangebot langsam verknappt wird.

Dass China und die USA sich nicht gerade grün sind, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Der Handelskonflikt der beiden Supermächte steigert sich von Mal zu Mal. Doch mit dem Chinesen ist nicht gut Kirschen essen, wie Präsident Trump bereits feststellen musste. Anders als die EU haben die Chinesen einen Trump(f) in der Hand, den sie nun langsam ausspielen.

US-Staatsanleihen unter Druck

Auch wenn es vordergründig so aussieht als seien die USA ein Land in dem Milch und Honig fließen, doch die Bilanzen sehen verheerend aus. Denn die USA sind mit 22 Billionen US-Dollar hoch verschuldet, was einem Anteil von rund 106% des BIP entspricht. Durch die hohe Zinslast steigen die Schulden exponenziell weiter und sind ab einem gewissen Punkt kaum noch in den Griff zu bekommen. Doch wo ein Schuldiger ist, muss es auch einen Gläubiger geben und der heißt in diesem Fall, zumindest zu einem Großteil: China.

China setzt lieber auf Gold

Ob es nun nur wegen des Handelskonfliktes ist oder ob man allgemein die US-Wirtschaft als hoffnungslosen Fall betrachtet: China stößt derzeit US-Staatsanleihen ab und kauft stattdessen lieber Gold. Im Gegenzug versucht Donald Trump die Chinesen mit Strafzöllen unter Druck zu setzen, um die einheimische Wirtschaft zu schützen und anzukurbeln. Ob es noch einen Ausweg aus dieser Spirale aus Sanktionen, Zöllen und dem Abstoßen von Staatsanleihen gibt? Die Zeit wird es zeigen.

Russland macht mit

Wenn es darum geht den USA kräftig in die Parade zu fahren, dann darf natürlich Russland nicht fehlen. Der Ostblock scheint einig zusammenzuhalten wenn es darum geht, dem Yankee ordentlich ans Pein zu pinkeln. So haben auch die Russen sich großzügig weitestgehend von „sicheren“ US-Staatsanleihen getrennt. Während die Euro-Beamten in Brüssel bereits davon träumten, dass nun eventuell großzügig Vermögen in die Eurozone umgeschichtet wird, dann wurden sie bereits eines besseren belehrt. Denn auch die Eurozone steht insgesamt betrachtet nicht viel besser da als die USA. So wundert es wenig, dass man in China nicht etwa den Euro und europäische Staatsanleihen kauft sondern auf die stabilste Form der Geldanlage zurückgreift die es in der Geschichte der Menschheit je gegeben hat: Gold. So kommt es, dass die Chinesen nunmehr nur noch amerikanische Staatsanleihen im Wert von 1,13 Billionen Dollar halten, ihren Goldbestand seit dem Jahr 2000 jedoch von 395 Tonnen auf 1853 Tonnen im Jahr 2018 aufgestockt haben. Das entspricht einem aktuellen Gegenwert von rund 67 Milliarden Dollar und kann nicht gerade als Pappenstiel bezeichnet werden. Russland hat in den letzten Jahren seinen Bestand an US-Staatsanleihen von 176 Mrd Dollar auf nur noch 14 Milliarden Dollar reduziert. Schwarze Wolken am goldenen US-Anleihen-Horizont?

Auch die Notenbank selbst baut ab

Wenn wieder mal eine US-Notenbanksitzung war wird das als unbedarfter Bürger spätestens nach ein paar cholerischen Tweets von US-Präsident Trump erfahren. Diesem ist nämlich seit geraumer Zeit die Notenbankpolitik ein Dorn im Auge. Sukzessive erhöht sie den Leitzins, stärkt damit den US-Dollar und bringt das amerikanische Schuldenhaus weiter ins Wanken.

Kauf manifestiert sich im Goldpreis

Der jüngste Anstieh im Goldpreis dürfte durch die kräftigen Zukäufe der Chinesen begründet sein. Wollen die Chinesen weiter günstig Gold kaufen, dann sollten sie langsamer vorgehen, um den Preis nicht selbst künstlich in die Höhe zu treiben. Aktuell wird man in China beobachten, inwieweit Donald Trump sich im Handelsstreit bewegt und dementsprechend Goldbestände auf- oder abbauen.

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