Comeback des Goldpreises

Die jüngsten Zinssenkungsphantasien der Fed und der damit verbundene Abverkauf des Dollars haben dem Goldpreis deutlich Auftrieb verliehen, obwohl der Leitzins noch nicht mal angetastet wurde. Nicht nur Gold, auch der Aktienmarkt geht in freudiger Erwartung auf frisches, billiges Geld durch die Decke. Doch das ist noch lange nicht alles: Donald Trump bringt innerhalb der US-Notenbank eine Frau in Stellung, die dem Gold weiterhin starken Auftrieb verleihen könnte!

Gold rückt wieder näher in den Fokus der Anleger. Auch wenn Gold keine Zinsen abwirft und stattdessen sogar Lagerkosten verursacht – die lange Zeit als „sicherer Hafen“ angesehenen deutschen Staatsanleihen verursachen auch mittlerweile nicht unerhebliche Kosten durch den etablierten Negativzins. Zudem hat man, bei Licht betrachtet, auch mit Staatsanleihen nur zweifelhafte Wertpapiere im Depot, die bei einer Staatspleite wertlos werden können. Ganz anders ist es mit Gold: Dieses Edelmetall ist noch nie völlig wertlos geworden und so verwundert es wenig, dass Anleger langsam aber sicher dazu übergehen, Staatsanleihen durch Gold zu ersetzen und sogar die Notenbanken damit angefangen haben, ihre Goldvorräte deutlich aufzustocken und kaufen mit 145 Tonnen soviel Gold, wie seit langem nicht.

Zinssenkung eingepreist

Sowohl Gold als auch die Aktienmärkte gehen in Aussicht auf die erwarteten Zinssenkungsschritte der Fed derzeit durch die Decke. Dabei ist noch gar nichts passiert. Es reicht bereits aus zu wissen, dass die Fed die Zinsen nicht weiter erhöhen wird, um diese fulminanten Kurssprünge nach oben zu ermöglichen. Gold und Aktien steigen also derzeit gleichzeitig, Treiber ist die Notenbankpolitik der USA. Doch wo liegt eigenlich der Unterschied zwischen den beiden Assets?

Aktien vs. Gold

Traditionell wird Gold eher als der „sichere Hafen“ von Seiten der Anleger betrachtet, welcher im Falle eines Aktienverkaus aufgesucht wird, um die Investitionen zu schützen. Derzeit sehen wir jedoch einen massiven Bullenrun sowohl im Aktienmarkt wie auch im Gold. Doch wo liegt der Unterschied? Zoomen wir uns etwas aus dem Tageschat raus, wird der Unterschied zwischen dem Aktienmarkt und dem Goldpreis schnell deutlich: Während der Aktienmarkt deutlich überkauft ist nach seiner langjährigen Bullenphase, kommt Gold gerade aus seiner Bodenbildung, die jahrelang zwischen 1000 und 1200 USD verlief, heraus. Das Rückschlagspotenzial für Aktien ist also derzeit weitaus größer als für den Goldmarkt, wenn die erwartete Zinssenkung doch nicht so rosig ausfällt, wie von den Anlegern bereits eingepreist. Kurz gesagt: den Aktienhändlern könnte schnell irgendwann die Munition ausgehen und dann bleibt die Frage aller Fragen: Welcher Idiot kauft eigentlich noch nach mir?

Kommt ein neuer Goldstandard?

Das Enttäuschungspotenzial für einen an seinem zyklischen Ende stehenden Aktienmarkt ist also überproportional hoch. Zudem scheint der Wirtschaftsaufschwung ins Stocken zu geraten. Nicht umsonst spielt die Fed mit den Gedanken an neuerliche Zinssenkungen herum. Doch ein wichtiger Game-Changer wird derzeit von Donald Trump in der Fed platziert: Seine langjährige Finanzberaterin Judy Shelton soll in den Gouverneursrat der Fed einziehen! Während diese Meldung bei vielen Anlegern nur Schulterzucken verursacht, haben Goldanleger das Potenzial der Frau erkannt: Die bekennende Fed-Kritikerin ist Anhängerin des Goldstandards! Und sie ist stark dafür, die Zinsen wieder deutlich zu senken, um den Wirtschaftsaufschwung nicht zu gefähren. Natürlich ist die Fed weiterhin eine unabhängige Institution und Shelton (noch) nicht verantwortliche Notenbankpräsidentin, doch der Druck auf Jerome Powell wächst von Mal zu Mal. Regelmäßige Angriffe von Donald Trump auf ihn und seine in dessen Augen viel zu straffe Notenbankpolitik hinterlassen langsam aber sicher ihre Spuren. Insgeheim fängt Donald Trump bereits damit an, die Fed zu seinen Gunsten umzubauen, Shelton ist hier nur das erste Puzzlestück, was er platziert.

Draghi statt Powell

Trump lässt keine Gelegenheit aus, seinen Notenbankchef Powell zu kritisieren wo es nur geht. In Trumps Augen ist Mario Draghi der bessere Notenbankpräsident wenn es darum geht, die Wirtschaft (und damit die Aktienmärkte) mit billigem Geld anzufeuern. Dabei will Trump die Aktien am liebsten täglich auf neuen Allzeithochs sehen, um sein Bild vom großartigen Amerika auch optisch zu untermauern.

Zusammenbruch des Bankensystems 2020

Ein letzter Punkt scheint langsam in das Bewusstsein der Anleger durchzusickern: Das globale Bankensystem ist in seinen letzten Atemzügen. Im Grunde reicht nur noch ein einziger Tropfen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen und das Bankensystem kollabieren zu lassen. Denken wir nur mal an Italien, das total überschuldete Land innerhalb der Eurozone muss nun nicht mal mehr Strafmaßnahmen aus Brüssel befürchten, weil man sich nicht an die EU-Stabilitätskriterien hält. Wahrscheinlich hat man auch innerhalb der EU bereits erkannt, dass Italien einfach zu groß ist für einen wie auch immer gearteten Rettungsschirm und lässt die Party einfach weiterlaufen, solange es noch geht. Der Bestsellerautor Dr. Markus Krall erklärt in diesem Video, warum die Finanzblase spätestens im Jahr 2020 mit einem großen Knall platzen wird:

Dr. Markus Krall erklärt auf seinem Vortrag, warum das Bankensystem im Jahr 2020 kollabieren wird und erläutert, wie der aktuell etablierte Negativzins zu bewerten ist.
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